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Schändlich / Shameful |
26.8.–24.9.2016

Juha Sääski

Schändlich / Shameful

Gemälde / Paintings


Video:

Stoll & Wachall, Berlin | Sue Mandewirth, Ludwigshafen


 

26.8. – 24.9. 2016

Toolbox – Finnisch-Deutscher Projektraum, Koloniestraße 120

Vernissage: Freitag 26. August,  19 Uhr |  Harri Sjöström (Sopran und Sopranino Sax)
Öffnungszeiten Kolonie-Wochenende: So. 28. August von 14–18 Uhr
Ausstellungsdauer: 24. Juni bis 23. Juli 2016 | Öffnungszeiten: Di–Sa 14–18 Uhr

An Feiertagen ist die Toolbox geschlossen | On Bank holidays Toolbox is closed


Für die deutsche Version bitte nach unten scrollen

Shameful

In Juha Sääski’s paintings shame is put in an appearance through social phenomenons and gender role models. The concept of shame is changing continuously; the things that used to be shameful twenty years ago, are not necessarily shameful today. Among other factors reality television has changed the culture, hiding shame has become making it public.

In Sääski’s paintings shameful means for instance how we have let the structures of our societies change under command of economy at the expense of human values, dreams and future hope.

A limited amount of humour in Sääski’s paintings is acting as a symbol of hope.

Juha Sääski is showing distanced metaphors of different forms of shame and its social connections through surreal and absurd associations. But nevertheless they are not too far removed from the view of everyday life.

The cliches and naive elements used by Sääski are included in the means of comedy, which show the nature of things and phenomenons in a new, but not a joking viewpoint. Sääski’s aim in juxtaposing the tragicomic, contrary elements is to express the paradox of human existence universally applicable.

Juha Sääski is a Finnish visual artist, who has arranged five solo exhibitions in Germany: Nuremberg, Ulm and Berlin. This exhibition is his third in Berlin. Sääski has participated in eight group exhibitions in Germany, for instance in Munich, Berlin, Viernheim, Mannheim and in Ludwig Museum Koblenz.

www.juha-saaski.fi

www.kuvataiteilijamatrikkeli.fi

www.facebook.com/juha.saaski2


Schändlich

In Juha Sääskis Bildern zeigt sich Schande anhand von gesellschaftlichen Phänomenen und Geschlechterrollen. Was wir als Schande auffassen, verändert sich ständig – was etwa vor zwanzig Jahren als Schande war, ist es heute unter Umständen nicht mehr. Unter anderm hat das Reality-TV unsere Kultur verändert: dort ist aus dem Verbergen von Schande deren öffentliche Zurschaustellung geworden.

In Sääskis Gemälden wird zum Beispiel als schändlich verstanden, wie wir die Veränderung der Strukturen unserer Gesellschaften unter dem Diktat der Wirtschaft zugelassen haben, auf Kosten menschlicher Werte, unserer Träume und des Glaubens in eine Zukunft.

Humor fungiert in den Sääskis Gemälden als ein Symbol der Hoffnung.

In seinen Bildern zeigt Juha Sääski distanzierte Metaphern von Schande und ihrer sozialen Kontexte in surrealistischen und absurden Anspielungen. Gleichzeitig bewahren sie die Nähe zur Alltagsrealität.

Die von Sääski verwendeten Klischees und naiven Elemente arbeiten mit den Mitteln der Komik, mit deren Hilfe der Charakter der Dinge und Phänomene sich unter einem neuen Blickwinkel zeigt, ohne jedoch ins Scherzhafte abzudriften.

Indem er tragikomische und widersprüchliche Elemente nebeneinander setzt, drückt er die allgemeine Paradoxie menschlicher Existenz aus.

Juha Sääski ist ein finnischer bildender Künstler, der in Deutschland fünf Einzelausstellungen ausgerichtet hat (in Nürnberg, Ulm und Berlin). Schändlich / Shameful ist seine dritte Ausstellung in Berlin. Sääski hat in Deutschland an acht Gruppen- und Gemeinschaftsausstellungen teilgenommen, unter anderem in München, Berlin, Viernheim, Mannheim und im Ludwig Museum in Koblenz.

www.juha-saaski.fi

www.kuvataiteilijamatrikkeli.fi

www.facebook.com/juha.saaski2

artwork Marja-Bonada

Kaukaa Yhdessä | Gyda`n Gilydd o Be | 24.6.–23.7.2016

Artists from Wales and Finland |

Marja Bonada, Ink paintings
Ant Dickinson, performance and video
Maija Helasvuo, Sculptures
Amy Sterly, Wood Cut

Toolbox – Finnisch-Deutscher Projektraum, Koloniestraße 120

Vernissage: Freitag 24. Juni um 19 Uhr
Öffnungszeiten Kolonie-Wochenende: So. 26. Juni von 14–18 Uhr
Ausstellungsdauer: 24. Juni bis 23. Juli 2016 | Öffnungszeiten Di–Sa 14–18 Uhr

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Ant Dickinson

I am developing work that I have recently been working on as part of an Arts Council of Wales funded project looking at the use of algorithms and generative systems in the production of music.

I am exploring how similar techniques can be used to produce sound responsive visuals within live performances, particularly focusing on the use of noise within image generation.

I am particularly interested in the relationship that this ‘automatic’ approach within my digital work relates to Marja Bonada’s ‘automatic’ painting technique.

Amy Sterly

My woodcuts were originally inspired by a trip to Berlin and the Bauhaus architecture. Buildings which embodied the notion of bringing art and craft to the everyday life of the city. Working alongside Maija in Finland before has inspired a notion of the domestic in my work. By using rolling pins and other wooden objects to print scenes of rural landscapes, I am inserting a story into the objects and imagery, which is subverted by the comic speech bubbles and exclamations to create a menacing undercurrent in the rural idyll.

Marja Bonada

To me these Pendulum Drawings are drawings done by the Earth. They are a trace of the rotation of the Earth, and the forces that act on the pendulum. They illustrate the balance that exists in nature, it is nothing to do with humans, how this balance exists, we often only disturb and upset it. But this same balance exists within us as well.

Whatever we do, or don’t do, the world will keep on turning in its regular harmonious way, with its own rules that always work perfectly. Making these drawings has made me realise that fundamental fact of the Universe it is perfect, and if it ever goes out of balance, it corrects itself, and that imbalance and re-balancing is part of the pattern of life.

Maija Helasvuo, Sculptor

At the centre of Maija Helasvuo’s art, are the different levels of human feeling. Her sculptures picture peoples basic emotional dynamic; loss, vulnerability, closeness and our dependence on social interaction. Each person is a part of the complete community of humanity. Through communal experience and all the social forms within it, the process of an event is formed, the connection and interaction of which makes up the whole content of human society.

That which acts on the powerful emotions inside society as a directing force is in one way or another a common factor and causes a process of emotional adaptation. Things that happen in our environment affect us. Helasvuo’s sculptures picture this invisible influence, which is at once adaptable and concrete.

Mika Karhu, Ph.D.


Deutsch

Ant Dickinson

Ich entwickle derzeit eine Arbeit, mit der ich im Rahmen eines vom Arts Council of Wales finanzierten Projektes in letzter Zeit begonnen habe, in der es um Algorithmen und generative Systeme in der Musikproduktion geht.

Ich versuche herauszufinden, wie solche Techniken verwendet werden können, um Visuals in Live-Perfomances zu erzeugen, die auf Soundimpulse reagieren. Dabei nehme ich Geräusche bei der Erzeugung von Bildern in den Blick.

Mich interessiert hier besonders, wie diese „automatische“ Herangehensweise in meiner digitalen Arbeit mit Marja Bonadas „automatischer“ Maltechnik korrespondiert.

Amy Sterly

Eine Reise nach Berlin und die Bauhaus-Architektur haben mich ursprünglich zu diesen Holzschnitten inspiriert. Gebäude, die die Idee der Integration von Kunst und Kunsthandwerk im täglichen Leben der Stadt verkörpern. Die Elemente häuslichen Lebens in meiner Arbeit stammen von meinem Aufhenthalt in Finnland, als Maija und ich zusammengearbeitet haben. Ich verwende Nudelhölzer und andere Holzobjekte, um Szenen bäuerlichen Landlebens zu drucken. Dadurch kommt ein erzählerisches Element in die Objekte und Bilder, das wiederum durch die komischen Sprechblasen und Ausrufe subvertiert wird, mit denen dem ländlichen Idyll eine bedrohliche Unterströmung unterlegt wird.

Marja Bonada

Ich finde, dass diese Pendel-Grafiken eigentlich von der Erde gezeichnet werden. Sie sind Spuren der Erdumdrehung und der Kräfte, die auf das Pendel wirken. Sie illustrieren das Gleichgewicht in der Natur, dessen Existenz nichts mit Menschen zu tun hat, wir stören und erschüttern es bloß. Aber dieses Gleichgewicht gibt es auch in uns selbst.

Was auch immer wir tun oder nicht tun, die Erde wird sich weiter drehen, ruhig und harmonisch, ihren eigenen vollkommenen Gesetzen folgend. Als ich an diesen Zeichnungen gearbeitet habe, ist mir die grundlegende Tatsache der Vollkommenheit des Universums zu Bewusstsein gekommen. Wenn es aus dem Gleichgewicht gerät, korrigiert es sich selbst, und aus dem Gleichgewicht zu kommen und es wiederzufinden sind Teil der Muster des Lebens.

Maija Helasvuo, Bildhauerin

Verschiedene Ebenen menschlichen Fühlens sind zentral in Maija Helasvuos künstlerischem Werk. Ihre Skulpturen machen grundlegend menschliche emotionale Dynamiken sichtbar: Verlust, Verletzlichkeit, Nähe und unsere Abhängigkeit von sozialer Interaktion. Jede Person ist Teil der Gemeinschaft aller Menschen. Durch die gemeinschaftliche Erfahrung und alle möglichen Formen der zwischenmenschlichen Interaktion nimmt ein Ereignis prozesshaft Form an, alle Verbindungen und Interaktionen in solchen Prozessen bilden die Gesamtheit der Bedeutung menschlicher Gesellschaft.

Das, was auf starke Emotionen innerhalb der Gesellschaft als richtungsweisende Kraft einwirkt, ist auf die eine oder andere Weise ein verbindender Faktor und löst einen Prozess emotionaler Anpassung aus. Was in unserer Umgebung stattfindet, hat einen Einfluss auf uns. Helasvuos Skulpturen stellen diesen unsichtbaren Einfluss dar, der gleichzeitig wandlungsfähig und konkret ist.

Mika Karhu, Ph.D.

flyer artist wales

 

Photo

Silenced Ears
27.5.–18.6.2016

Mika Karhu | Installation
Matti Pusa | Faces, Videoscreen
Students Filmmaking from Aalto University FI |  Videostudio

Toolbox – Finnisch-Deutscher Projektraum, Koloniestraße 120

Vernissage: Freitag 27. Mai um 19 Uhr,  Improvisation von Harri Sjöström (saxophon)
Öffnungszeiten Kolonie-Wochenende: So. 29. Mai von 14–18 Uhr
Ausstellungsdauer: 27. Mai bis 18. Juni 2016 | Öffnungszeiten Di–Sa 14–18 Uhr

An Feiertagen ist die Toolbox geschlossen | On Bank holidays Toolbox is closed


Sun perishes under our feet.
Water presses against our coating,
inscribing autochthonous inner etchings.

Flowing rays eradicate our eyes.
We are suspended in our skins
as ahistorical nocturnal animals.

We lie to the liars.

Blinded perpetual emotion swallowers. Growing anger in the flesh obtainable everywhere.

Europe in a vacuum.
Calculated existence in empty handed capitalism.

Our sight blocked by shadows of the loved ones.

Into the night.

Infinity of selfishness.
Bricked windows and doors.

Berlin’s loneliness.

Expectations.

artwork nears

Menagerie | 29.4.–20.5.2016

Menagerie – Tiere im Zoo der Kunst | Animals in the Art Zoo |


Text in English
Quotes from Artists | Zitate

 

Dear friends and artists,
we would like to invite you to the Finissage of our exhibition

Menagerie – Animals in the Art Zoo

Friday, May 20th

Toolbox and madeinwedding are showing two parts of the exhibition.

  • madeinwedding is open from 2–6 pm
  • Toolbox is open from 2 pm–open end

If you want to see the whole exhibition you can do so between 2–6 pm.

At 7 pm small buffet (food) from Mr. Ira Schneider and drinks will be served.


Toolbox – Finnisch-Deutscher Projektraum, Koloniestraße 120
in Kooperation mit Madeinwedding

Vernissage: Freitag 29. April um 19 Uhr, Performance: Tintin Patrone
Öffnungszeiten Kolonie-Wochenende: So. 1. Mai von 14–18 Uhr
Ausstellungsdauer: 29. April bis 20. Mai 2016 | Öffnungszeiten Mo–Fr 14–18 Uhr
kuratiert von Anna E. Wilkens und Andreas Wolf mit Support von Karen Koltermann
An Feiertagen ist die Toolbox geschlossen
Finissage: 20.5.2016 | 14-17.30 Uhr in madeinwedding und in Toolbox, ab 17:30 in Toolbox

Die Werke der Ausstellung thematisieren verschiedenste Beziehungen zwischen Tieren, darunter auch menschliche Tiere.

Menagerie

Text: Anna E. Wilkens

„Menagerien“ waren höfische Tierparks (ca. 16.–18. Jh.), in denen Tiere aufgrund ihres Exotismus – analog den Kuriositätenkabinetts – gesammelt und „ausgestellt“ wurden. Sie gelten als Vorläufer des Zoos, dessen Erscheinen und Einrichtung auf zoologischen Taxonomien beruht, die im 18. Jahrhundert entwickelt wurden. Diese zoologischen Klassifizierungssysteme gehören zum modernen naturwissenschaftlichen Paradigma: Zoos sind ihrer Anlage nach in die Moderne gehörig, Menagerien sind vormodern.

Bis heute hat das Wort „Menagerie“ eine Bedeutungsverschiebung erfahren und meint eine ungeordnete Ansammlung, meist von Menschen, das Beispiel im Duden-online lautet „in übertragener Bedeutung: eine ganze Menagerie (scherzhaft; Ansammlung) von Künstlern war zugegen“.

Der Ausstellungstitel meint zum einen, dass die Ausstellung durch sowohl kuratorisches Konzept als auch Zufall entstanden ist – Ordnung/Intentionalität und Unordnung/Serendipity; zum anderen ist er als emphatischer Hinweis auf Historizität zu verstehen: die verschiedenen historischen Phasen im abendländischen menschlichen Diskurs über Tiere, besonders seit Beginn der Neuzeit.

Human Animal Studies: Animal Turn

Eine zunehmende Radikalisierung der Reflexion über die eigenen Vorannahmen, Vorurteile, den eigenen historischen Standpunkt zeichnet das (kulturwissenschaftliche) Reden über Tiere in den letzten etwa vier Jahrzehnten aus, noch verstärkt seit der Jahrtausendwende. Vorsichtig kann hier von einem Paradigmenwechsel (im Sinne Kuhns) gesprochen werden, eine Veränderung, die über einen „turn“ hinausgeht, der als ein Perspektivenwechsel innerhalb einer Disziplin bei gleichzeitiger Vernetzung mit anderen Disziplinen verstanden wird. Der Animal Turn (Harriet Ritvo) ist einer in einer ganzen Reihe von anderen zeitgenössischen Turns (cultural, spatial, corporeal, emotional, material, pictorial etc.). All diesen Turns gemein ist, so die These, dass ihre Grundlage die Loslösung von dem seit Descartes vorherrschenden erkenntnistheoretischen Paradigma ist, das auf Dichotomien beruht: res cogitans und res extensa, Geist und Körper, daran anhängend Kultur und Natur, Mensch und Tier, Mann und Frau, „und die entsprechend analogisch konstruierte Nähe von Kultur/Mensch/Mann versus Natur/Tier/Frau“, die „noch immer nicht vollends suspendiert“ ist (Carola Sachse).

Pluralität – Relationalität

Das neue Paradigma gründet in der Auffassung, dass Entitäten, welcher Art auch immer, nicht ohne ihre Beziehungen existieren. So bemerkt, zum Beispiel, Hannah Arendt, dass die Welt das „Zwischen“ sei und dass Menschen stets und immer schon im Plural existieren – und nicht, wie bei den deutschen Idealisten, als vervielfältigtes, immer gleich funktionierendes Subjekt. Eine solche Auffassung findet sich auch in der Transzendental- und Universalpragmatik (Habermas) sowie zeitgenössisch in Praxeologie, Actor Network Theory und Relationismus.

Agency: Tiere als Handelnde

Im Zuge der Betonung von Beziehungshaftigkeit allen Seins wird neuerdings Handlungsfähigkeit auch solchen Entitäten zuerkannt, die bisher stets als passive Objekte angesehen wurden: Tiere. Möglich ist das durch die Entkoppelung von Intentionalität und Handlungsfähigkeit, das heißt, man muss die Handlung nicht bewusst beabsichtigen, damit sie innerhalb einer Interaktion eine ist. Tiere sind zur Agency fähig, und in dieser haben verschiedenste Tiere die vielfältigsten Beziehungen zu Menschen. Oder: menschliche und andere Tiere interagieren miteinander.

Im überkommenen Weltbild war zunächst „der Mensch“ (im Singular, weil alle Exemplare als prinzipiell gleich gedacht wurden), dann hat „er“ (auf jeden Fall ist der exemplarische Mensch männlichen Geschlechts) Tiere domestiziert und sich die Welt untertan gemacht.

Dagegen setzt die Re-Interpretation historischer Mensch-Tier-Beziehungen mit der Menschwerdung an, indem zum Beispiel nicht mehr von der Domestizierung von Wölfen (die dann Hunde wurden) gesprochen wird, sondern von Allianzen zwischen Wölfen und Menschen, die entscheidend sind in der Menschwerdung, ohne die sie nicht oder ganz anders stattgefunden hätte. Das Gleiche gilt für Hunde, die ohne ihre Kooperation mit Menschen nicht wären oder ganz anders wären.

“Beings do not preexist their relatings.” (Donna Haraway)

Verschiedene mögliche Beziehungen zwischen Menschen und anderen Tieren sind Grundlage für die Gruppierungen der Werke in „Gehege“ im Ausstellungszoo:
Gehege der Freundschaften; Gehege der zufälligen Begegnungen; Hommage an eine Tiergattung; Taxonomien; Verwandtschafts-Haus; Identifikation von Menschen mit Tieren; Gehege der Präparation; Gehege der Jagd von Menschen auf andere Tiere; Tiere als Form (Selbstreflexion der Kunst); Traumhafte Begegnungen (Aufhebung der Hierarchie zwischen Menschen und anderen Tieren).
Ein paar Tiere haben ihre Gehege verlassen oder laufen als Wildtiere im Zoo herum.


Künstlerinnen und Künstler:

Aleksandar Jestrović,  Berlin (Malerei)
Alexander Horn, Mannheim (Malerei)
Archi Galentz, Berlin (Zeichnung)
Buffy Klama Berlin (Zeichnung)
Carolina Brack, Berlin (Cutout)
Catherine Bourdon, Berlin (Malerei)
Christof Zwiener, Berlin (Video)
Dunja Hamdorf, Hamburg (Zeichnung)
Eike Laeuen, Berlin (Fotografie)
Erik Weiser, Leipzig (Skulptur)
Hannah Dougherty, Berlin (Zeichnung)
Heikki Länkinen, Finnland (Malerei)
Henrik Jacob, Berlin (Knete)
Ilia Kitup, Berlin (Zeichnung)
Ina Sangenstedt, Berlin (Skulptur)
Mr. Ira Schneider, Berlin (Video, Fotografie)
Jakob Roepke, Berlin (Malerei)
Johanna Lonka, Tampere FI (Installation)
Joseph Heeg, Mannheim (Malerei)
Jovan Balov, Berlin (Zeichnung, Foto)
Kaisu Koivisto, Helsinki (Skulptur)
Karen Koltermann, Berlin (Malerei, Video)
Katia Kelm Berlin, (Malerei, Installation)
Konstantin Voit, Mannheim (Malerei)
Laura Kärki, Helsinki (Skulptur)
Liisa Kanerva, Helsinki (Malerei)
Magdalena, Åberg Helsinki (Malerei)
Mika Karhu, Hyvinkää, FI (Zeichnung)
Nina Lassila, Belgien / Berlin (Video)
Otgonbayar Ershuu, Berlin (Malerei)
Reiner Maria Matysik, Berlin (Video, Aktion)
Ricarda Wallhäuser, Berlin (Collage)
Saana Inari, Berlin (Video)
Sampsa Indrén (Painting)
Sanni Seppä, Finnland (Zeichnung)
Sennf Berlin, (Mixed Media)
Skadi Engeln, Berlin (Druckgrafik)
Susanne Schirdewahn, Berlin (Skulptur)
Tanja Vetter, Mannheim (Malerei)
The Niñxs (Helena Hernández &
Rafael Koller), Berlin/Luzern (Zeichnung)
Tintin Patrone, Hamburg (Performance)
Veronika Witte, Berlin (Video)


Menagerie – Animals in the Art Zoo

Exhibition April 29—May 20, 2016

Finissage: 20.5. 2016 | 14-17.30 Uhr in both spaces, later only in Toolbox

Toolbox – Finnish-German Art Space, Koloniestraße 120, 13359 Berlin/Germany
On Bank Holidays Toolbox is closed

Curators: Anna E. Wilkens and Andreas Wolf with support from Karen Koltermann

In the exhibition, 43 artists take a variety of relations between animals, humans among them, into focus. These relations are, for example, love, prey, chance encounters, genetic hybridisation, classifying in zoological taxonomies, identifying, comparison (anthropomorphisms) and mystification.

Photos from the Opening

Menagerie

Text: Anna E. Wilkens

‘Menageries’ – courtly collections of animals (16th to 18th century), similar to Cabinets of Curiosity, in which animals were ‘displayed’ for reasons of being ‘exotic’ – are precursors to the modern zoo. The zoo, developed in the 19th century, relies on taxonomies that stem from the 18th century. These taxonomies are part of the modern scientific paradigm: zoos belong to modernity; menageries are pre-modern.

To the present day, the word ‘menagerie’ in German has undergone a shift of meaning, nowadays it signifies (in figurative use) a random and unsystematic collection of items or people. The example in the online edition of Duden, the German spelling authority for this usage is: ‘a whole menagerie of artists was present’.

The exhibition’s title points to the process of assembling the works: between curatorial concept and serendipity, and it furthermore emphatically stresses historicity: different historical stages in occidental human discourse on animals, especially post-medieval.

Human Animal Studies: Animal Turn

Reflection on prejudices and assumptions pertaining to one’s own historical standpoint have increased considerably in contemporary (cultural studies) discourse on animals in the last four decades, and even more so since the beginning of the 21st century.

Tentatively this can even be called a paradigm shift (according to Kuhn), a change in thought that goes beyond a turn; a turn being understood as a change of perspective in one academic discipline, while at the same time broadening the scope through working interdisciplinary. The Animal Turn is one in a whole menagerie of turns (linguistic, cultural, spatial, corporeal, emotional, material, iconic etc.). All of these share the common trait of liberating thought from the Cartesian epistemological paradigm that is based on dichotomies: res cogitans and res extensa, spirit and body, and based on this primary dichotomy there are culture and nature, human and animal, man and woman, and the analogously construed proximity of ‘culture/human/male versus nature/animal/woman, which still hasn’t been overcome completely’ (Carola Sachse).

Plurality – Relationality

The new paradigm holds that entities, of any kind, ‘do not pre-exist their relatings’ (Donna Haraway). For example Hannah Arendt states that the world we inhabit is in the ‘between’, that which exists between people (for Arendt always people, not animals), and that humans always and from the beginning have existed in the plural, as more than one – contrary to German philosophical Idealism, according to which each and every subject is basically the same (all individuals ‘function’ in the same way and therefore don’t exist in plurality, only in the plural).

The notion of world as plurality we find for example in Universal Pragmatism (Habermas), in Praxeology, Actor Network Theory and Relationalism. We are what we are in and through our relations with each other, animals included.

Agency: Animals as Acting Entities

Humans, in the course of emphasising relations as the cornerstone of all existence, recently began to acknowledge agency in beings formerly perceived as things or thing-like objects, not capable of acting. The possibility of perceiving animals as acting beings relies on a changed concept of action: action is no longer seen as being necessarily linked to intention, nor having an intention as prerequisite. Actions do not have to be conscious and purposeful to be called actions. So we can conceive of interactions as actions without these actions mandatorily being intentional. Animals are capable of agency and they have a whole lot of different relationships with humans (human animals). Or: humans and other animals interact.

In the traditional world view, first there was man (definitely in the singular, one man, since all specimen are basically the same), than ‘he’ (the exemplary human is always male) domesticated animals and subdued the world.

Contrary to this notion, the re-interpretation of historical relations between humans and other animals begins at the beginning of humanity; for example, dogs are no longer perceived as domesticated wolfs, but wolfs and early humans shaped alliances, cooperating in ways that were of fundamental importance for homo becoming human and wolf becoming dog. Without each other, they wouldn’t be what they are or they wouldn’t even be at all.

The works in the exhibition-zoo are grouped according to those relations of humans and other animals that we can see in them. The assemblages of works are called “compounds”, “enclosures”, “houses” etc., like in a zoo. There are of course more possible relations than are shown in the exhibition.
Compound of Friendship; Compound of Chance Encounters; Homage to a Species; Compound of Taxonomies; House of Relatives; Enclosure of Identification of Humans with Other Animals; Cage of Preparation; Enclosure of Humans Hunting other Animals; Compound of Animals as Shapes in Art; Dreamlike Encounters/Suspension of Hierarchies between Humans and Other Animals.
Some animals have left their compounds or are running around the zoo as strays or wild animals.


Aleksandar Jestrović Berlin (Painting)
Alexander Horn Mannheim (Painting)
Archi Galentz Berlin (Drawing)
Buffy Klama Berlin (Drawing)
Carolina Brack Berlin (Cutout)
Catherine Bourdon Berlin (Painting)
Christof Zwiener Berlin (Video)
Dunja Hamdorf Hamburg (Drawing)
Eike Laeuen Berlin (Photography)
Erik Weiser Leipzig (Sculpture)
Hannah Dougherty, Berlin (Drawing)
Heikki Länkinen, Finland (Painting)
Henrik Jacob, Berlin (Play Dough)
Ilia Kitup Berlin, (Drawing)
Ina Sangenstedt, Berlin (Sculpture)
Mr. Ira Schneider, Berlin (Video, Photography)
Jakob Roepke, Berlin (Painting)
Johanna Lonka, Tampere FI (Installation)
Joseph Heeg, Mannheim (Painting)
Jovan Balov, Berlin (Drawing, Photography)
Kaisu Koivisto, Helsinki (Sculpture)
Karen Koltermann, Berlin (Painting, Video)
Katia Kelm Berlin, (Sculpture, Painting)
Konstantin Voit, Mannheim (Painting)
Laura Kärki, Helsinki (Sculpture)
Liisa Kanerva, Helsinki (Painting)
Magdalena Åberg, Helsinki (Painting)
Mika Karhu, Hyvinkää, FI (Drawing)
Nina Lassila, Belgien / Berlin (Video)
Otgonbayar Ershuu, Berlin (Painting)
Reiner Maria Matysik Berlin (Video, Action Art)
Ricarda Wallhäuser Berlin (Collage)
Saana Inari Berlin (Video)
Sampsa Indrén (Painting)
Sanni Seppä Finland (Drawing)
Sennf Berlin (Mixed Media)
Skadi Engeln Berlin (Print)
Susanne Schirdewahn Berlin (Sculpture)
Tanja Vetter Mannheim (Painting)
The Niñxs (Helena Hernández &
Rafael Koller) Berlin/Lucerne (Drawing)
Tintin Patrone Hamburg (Performance)
Veronika Witte Berlin (Video)


Quotes from Artists | Zitate

Menschliche Porträts werfen immer auch Fragen nach der Person auf. „Wer ist diese Kröte genau und in welcher Beziehung stehen Sie zu Ihr?“ werde ich dagegen nur selten gefragt.

The deer has references to cute, big headed figures such as a Bambi. But on the other hand I want to confront the docile figure with the steel structure, which refers to machines and technology.

Ein erfreuliches Zeichen von Zivilisation sind Möwen wohl dann, wenn man in der Weite des Meeres in Seenot geraten ist. Bei ihrem Erscheinen kann man auf die Nähe eines Schiffes oder der Küste hoffen.

Warum diese Tiere? Weil sie gebündelt in einem gut postkartengroßen Schablonenheftchen aus den USA versammelt sind, zum Thema Reptilien.

Chester hatte ein Fell so schwarz wie die Nacht und einen Kopf, der war so breit, dass man ihn für einen Rammbock in Dackel-Gestalt halten konnte. Er hatte weder Manieren noch Freunde und verbrachte seine Tage dösend im Körbchen, das er nur verließ, um dann mit seinem irrsinnig breiten Schädel und mit Karacho einen seiner Hundekollegen umzuhauen.

In ihrer magischen Realität ist dieses Mischwesen aus Mensch und Tier die alles bestimmende Figur. Unter ihren Augen steigen Kugeln aus dem Wasser und Gewehre versinken darin.

Das Meerschweinchen hat weder etwas mit dem Meer zu tun, noch ist es mit dem Schwein verwandt. Eher unförmig und wenig elegant, hat es den einzigen Vorteil, wenn man den kulinarischen ausnimmt, als niedlich zu gelten und die volle Aufmerksamkeit von vorpubertierenden Mädchen für sich zu gewinnen.

Four bears are having a good time and drinking beer. It is a night when one of the bears is celebrating the birth of his child. The bear is like a totem animal for me. It is a very mythical animal here in Finland. There is also a very old myth of a woman and a bear having a love affair.

The motif (animal) in the picture is a small bird I found dead in my front yard. Probably killed by our cat.

Tiere und Menschen durchspielen als Protagonisten der fiktiven Szenenbilder psychische Realitäten und Einstellungen (attitudes) zur Wirklichkeit. Die Tiere sind dabei Verkörperungen von Affekten, sind rätselhafte Totems, erhabene Archetypen, deplazierte Störer und animalische Wiedergänger.

And if we aren’t eating it – then our pets are. Meat. Organized. Monetized. Industrialized.

In Verbindung mit Autos sind Insekten vor allem eines: lästig.

Max war mein Begleiter, mein Trabant und meine Muse. Er drang in meine Bilderwelt ein, auch in die Malerei und die Zeichnung. Durch ihn wusste ich: Alles ist Natur.

Wie schauen Affen fern? Welche Sendungen bevorzugen sie? Und wer bestimmt, was läuft? Solche Fragen mochte der Stuttgarter Zoo jetzt mit einer Forschungsreihe klären.

1977, I was in Kenya at the Masai Mara enormous animal free roaming preserve. On my way there at night I spotted an animal ahead in my headlights and quickly took a picture of this cheetah/Gepard. I continued on to my first night at the camping centre. Sleeping in a tent was difficult. I kept hearing lions roar behind it, nearby.
It was only in the light of morning that I saw that a large metal chain fence surrounded the entire camp.

I’d like to sing you a lullaby
about hedgehog
anteater and crayfish
and share my life with you
but you know I am just a dreamer

basically a small good-humored sculpture with big eyes, but the truth is that it has a high risk becoming extinct in the near future.

I was stressed and was told that I need to let go of control and swim around playfully, get my fish as the otter. The dove told me to slow down, pause and breathe – which felt quite stressful.

die einzigen tiere, die keine tiere sind, sind affen. und menschen sind keine menschen sondern tiere.

Die Wertfreiheit in ihrer Beobachtung ignoriert wiederkäuend meine Bemühungen, etwas besonders Anspruchvolles zu vollbringen und wirft mich immer wieder auf das zurück was ist: Die Kuh, die Landschaft und ich.

Der Kopf ist für mich ein Sinnbild für den Aufbruch geworden und: er sieht nach all den Jahren immer noch gut aus. Der Staub der Zeit wäre in den Wäldern Finnlands natürlich weniger haften geblieben. So hängt er hier in Berlin rum und beobachtet die Lage.

We let us surprise ourselves by the vastness of the world we live in. Birds and house pets are a dichotomy of our clashing dialogues.

An individual sparrow may appear beautiful but having tens of them may give you quite a contrary impression.


Photo bear: Mr. Ira Schneider

Familie |
25.03. – 23.04.2016

Terhi Heino, Helsinki


Vernissage am Freitag, 25. März 2016 um 19 Uhr / Opening on the 25th of March at 7 pm.

Herzlich Willkommen / Warmly Welcome

TOOLBOX – Finnish Art Space
Koloniestraße 120 | 13359 Berlin Wedding | U-Bahn Osloer Straße

Öffnungszeiten | Opening-times:

  • Di–Sa/ Tue–Sa: 14–18 Uhr

English


Terhi Heino – Familie

Terhi Heino (geb. 1970 in Oulu, Finnland) ist Absolventin der Finnischen Kunstakademie aus dem Jahre 2001. Sie hat ihre Werke in zahlreichen Gruppen- und Einzelausstellungen sowohl in Finnland als auch im Ausland gezeigt (u. a. im Museum für Moderne Kunst Moskau (2007), Kunstzentrum Montbeliard, Frankreich (2014), Galerie Suomesta, Berlin (2011)).
Heino gestaltet ihre Plastiken und Installationen aus Natur- und Recyclingmaterialien. Beispielsweise Teebeutel, Bananenschalen oder Fischflossen verwandeln sich in ihren Händen zu Kunst.
Die Werke dieser Ausstellung erzählen von Familie, verschiedenen Generationen, dem Zerfall von Familien und den damit verbundenen Ängsten und vom Guten und Bösen, die Generationen überdauern.
Die Ausstellung wird unterstützt durch Frame (Zentrum für visuelle Kunst) und Taike (Zentrum für Kunstförderung).

galleriahuuto.net/terhiheino

terhiheino@hotmail.com


Terhi Heino – Family

Sluptures and installations

The works included in the exhibition are about the family, different generations, families falling apart and the related fears as well as the good and bad passed on from one generation to the next. The materials I used are familiar, ranging from the storage containers of the mothers of my generation to a grandfather’s cigar box and chips eaten by her kid.
Terhi Heino (b. 1970, Oulu) graduated from the Department of Sculpture at the Finnish Academy of Fine Arts in 2001. Heino uses natural and recycled materials (used teabags, banana leaves, moss..) in her work. She has had several group and solo exhibitions in Finland and abroad .
Work has been supported by Taike and Frame

galleriahuuto.net/terhiheino

terhiheino@hotmail.com

 

 

Videostill

Video: The Red Carpet
26.02. – 19.03.2016

Jörg Hommer: The Red Carpet

 the red carpet ist eine Persiflage auf das Protokoll bei Staatsempfängen, die jeden Tag überall auf der Welt stattfinden und wie man sie im Fernsehen sehen kann: Das berühmte „Hand-Shakes“, „staatsmännisch“ lachende Politiker-Gesichter, symbolisches Gestikulieren. In the red carpet wählt die Kamera allerdings eine ungewöhnliche Perspektive.

Technische Daten

  • 4:35 Minuten | SD | Farbe | stereo | Kurzdoku, Experimentalfilm 2007
  • Regie/Konzept, Kamera, Schnitt: Jörg Hommer, Tonmischung: Holger Jung

 

Jörg Hommer (* 1978) arbeitet hauptsächlich in den Genres Dokumentarfilm und Installation. Er studierte Kunst an der UdK Berlin (2006–2010) und war 2012/13 Meisterschüler in der Klasse von Thomas Arslan und Heinz Emigholz, Abschluss mit dem Dokumentarfilm The thing behind my Screen (Work in Progress, 2012 bis heute), ein Film über die Wirklichkeit hinter der virtuellen Realität.

Sein Realtime-Film Walk on the edge of democracy wurde beim Internationalen Filmfestival Berlin 2008 im Forum uraufgeführt.

Website Jörg Hommer


 

Jörg Hommer: The Red Carpet

the red carpet is a persiflage on the protocol pertaining to state receptions, taking place every day, anywhere on earth and constantly shown on TV: the famous ‘shake hands’, politicians’ faces laughing in a ‘statesmanly’ fashion, symbolic gesticulating; though in the red carpet the camera chooses an unusual angle.

Technical data

  • 4:35 min | SD | Colour | stereo | short documentary, experimental film, 2007
  • Direction/Concept, camera, cut: Jörg Hommer, sound mixing: Holger Jung

About

Jörg Hommer (born 1978), primarily works on documentaries and installations. He studied at the University of Arts Berlin (2006–2010) and in 2012/13 attended the Master Class of Thomas Arslan and Heinz Emigholz, where he did his latest Documentary The thing behind my Screen (WiP, 2012-current), about the reality behind the virutal world.

His realtime film Walk on the edge of democracy was premiered at International Filmfestival Berlin in the Forum Section in 2008.

Website Jörg Hommer

Magdalena Alberg Painting

Fences |
26.02. – 19.03.2016

MAGDALENA ÅBERG, Helsinki (Malerei)

Jörg Hommer, Berlin (Video)


Vernissage am Freitag, 26. Februar 2016 um 19 Uhr / Opening on the 26th of February at 7 pm.

Herzlich Willkommen / Warmly Welcome

TOOLBOX – Finnish Art Space
Koloniestraße 120 | 13359 Berlin Wedding | U-Bahn Osloer Straße

Öffnungszeiten | Opening-times:

  • Di–Sa/ Tue–Sa: 14–18 Uhr

English


Magdalena Åberg – Fences

Die Künstlerin Magdalena Åberg:

Im letzten Sommer, 2015, Jahrzehnte nach dem Fall der Berliner Mauer, dem Schengener Abkommen und nachdem die europäischen Binnengrenzen durchlässiger geworden sind, begann mit den Flüchtlingsströmen aus dem Süden und Osten eine neue Ära.

Ich verfolgte die Nachrichten und konnte nichts anderes malen als die Bilder aus dem Fernsehen. Ich war von ungarischem spiralförmg gerolltem Stacheldrahtzaun umgeben, während ich im Radio Ballettmusik aus der Zeit des Sonnenkönigs hörte. Kultursitzungen wurden in prunkvoll festlicher Stimmung vorgetanzt; Türken, Indianer, „die Wilden“ in französischen Klängen beschrieben. Und das Gemälde, an dem ich arbeitete, erschien mir als eine Art von ungarischem oder finnougrischem Tanz. Eine dicke Schicht Titanweiß drängte immer mehr danach, den Stacheldraht glänzend und glitzernd zu malen, als karnevalesk tanzendes Wirrwarr. Da, darunter, verschwommen, Hände und Hosenbeine, kaum sichtbar auf der anderen Seite, unter dem Glitter.

 

 


 

Magdalena Åberg (geb. 1972), eine finnische Künstlerin, malt überwiegend mit Ölfarben.

Als die Krise sich am Ende des Sommers zuspitzte und näher kam, hatte sie Schwierigkeiten mit den Motiven, an denen sie gerade arbeitete. Sie fühlte, dass sie sich mit dem schwierigen Thema beschäftigen musste, und nach verschiedenen Versuchen entstand die Serie Fences. Als Finnin und Europäerin ist die Künstlerin unvermeidlich ein Teil der „Festung Europa“. Wie fühlt sich das an? Wie kann man das überhaupt verstehen?

 

 


Magdalena Åberg – Fences

The artist Magdalena Åberg:

Decades after the fall of the Berlin Wall, the signing of the Schengen Agreement and the breaking up of borders in Europe, a new era started as the great streams of refugees streaming in from the south and the east this past summer of 2015. I was following the news and had to paint based on the images that came across the news. I was engulfed by Hungarian spiral barbed wire fences while I was listening to ballet music from the time of the Sun King on the radio. Cultural meetings were danced forth in a pompous festive spirit; Turks, Native Americans, „the Savages“ were described in French tones. And I experienced the painting I was working on as if it were some sort of Hungarian or Finno-Ugric dance. A thick layer of titanium white, ever more, wanted to paint the barbed wires glistening and glittering, as a carnivalesque dancing chaos. There, underneath, vaguely, hands and trouser legs barely visible on the other side, under the glitter.


 

Magdalena Åberg (born 1972), a Finnish artist, primarily works in oil and was, at the end of that summer when the crisis was growing and coming ever closer, having problems continuing on with the motifs she was working on at the time. She felt a pressing need to try to paint the difficult subject, and after various discarded attempts the series Fences came into existence; paintings with barbed wire fences as motif. As a Finn and European, the artist is unavoidably a part of the ‘Fortress Europe’: How does it feel? How is she supposed to understand this?

 

 

Menagerie, Tiere im Zoo der Kunst

Menagerie | Call For Artworks

Menagerie
Tiere im Zoo der Kunst

English Version: please scroll down

Einsendeschluss für Eure Bewerbungen ist der 18. März 2016

Ausstellungsdauer: 29.4. – 21.5.    Opening: Freitag 29.4., 19:00 Uhr

Toolbox | Finnisch-Deutscher Projektraum Berlin


Liebe KünstlerInnen,

ständig laufen sie uns über den Weg, werden gestreichelt, gekocht, sind die Liebsten, die, die immer zuhören, nie ein Wort sagen und doch reden wir immer wieder mit ihnen. Sie fliegen über uns, erinnern uns an den Frühling, haben bizarre Formen, schlafen ständig, leben mitten in der Stadt im Freien, miauen uns enigmatisch an, kläffen durch die Wand und das mitten in der Nacht. Sie laufen uns hinterher oder leben in anderen Rudeln, sie sind Fleischfresser, Kannibalen oder Vegetarier. Und sie sind als erste abgebildet worden in den Höhlen von ganz früher.

Und wir wollen sie: Für unsere Gruppenausstellung „Menagerie | Tiere im Zoo der Kunst“ sind wir auf der Suche nach künstlerischen Werken, die Tiere zum Thema haben.

Vögel, Fabeltiere und Amphibien in allen Medien sind erwünscht. Besonders mögen wir Säugetiere. Vom Flohzirkus ist Abstand zu nehmen.

Bitte leitet doch diese E-Mail weiter, wenn Ihr jemanden kennt, der oder die schon zu Tieren gearbeitet hat.

Toolbox | Finnisch-Deutscher Projektraum Berlin
Koloniestraße 120
13359 Berlin
www.galerietoolbox.com

Einsendeschluss für Eure Bewerbungen ist der 18. März 2016

Bitte die Vorschläge per Mail an Anna E. Wilkens / Andreas Wolf
E-Mail: mail@galerietoolbox.com


Menagerie
Animals in the Art Zoo

Deadline for proposals March 18, 2016
Exhibition: April 29 – May 21, 2016    Opening. Friday, April 29, 7 pm

Toolbox Finnish-German Art Space Berlin


Dear Artists,

they are our roommates or next-door neighbours, they get caressed, cooked, they are our dearest; they are the best listeners and never contradict us; we encounter them in flocks, packs, schools, sounders; they fly over our heads and remind us of spring; they come in bizarre shapes, are permanently asleep, live in the middle of the city, eat our roofs or rustle in them; they meow enigmatically or bark thunderingly in the middle of the night. They are carnivores, cannibals, vegetarians or vegans, and they are the very first to have been painted in those ancient caves.
We want them: for our group show “Menagerie | Animals in the Zoo of Art” we are looking for artworks on the subject of animals.

We are looking for pets, wildlife, mythical creatures; birds, mammals, reptiles (etc.) in all media of art.

Please feel free to forward this e-mail to friends and acquaintances whom you know to have worked on the topic of animals.

Toolbox | Finnish-German Art Space Berlin
Koloniestraße 120
13359 Berlin
www.galerietoolbox.com

Deadline for proposals March 18, 2016

Please send your proposals via e-mail to Anna E. Wilkens / Andreas Wolf
E-Mail: mail@galerietoolbox.com

Thomas Nyqvist

Ruins of sorts |
29.01. – 20.02.2016

THOMAS NYQVIST, Helsinki (Malerei)

Video: Karen Koltermann, Berlin


Vernissage am Freitag, 29. Januar 2016 um 19 Uhr / Opening on the 29th of January at 7 pm.

Herzlich Willkommen / Warmly Welcome

TOOLBOX – Finnish Art Space
Koloniestraße 120 | 13359 Berlin Wedding | U-Bahn Osloer Straße

Öffnungszeiten | Opening-times:

  • Di–Sa/ Tue–Sa: 14–18 Uhr

English


Thomas Nyqvist – Ruins of sorts

Thomas Nyqvist (geb. 1955) hat auch früher schon in seinen großformatigen Gemälden brutal schöne Ansichten städtischer Randzonen dargeboten. Er entführte uns auf eigentümliche Wege und ließ uns die Schönheit von Industriezonen, Abrissbaustellen und schmutzigen Schneematschflächen bestaunen.

In seiner neuen Bilderserie Ruins of sorts präsentiert er uns eine Art Ruinenkunst. Zwar stellen die Gemälde authentische Abrissbaustellen des heutigen Helsinki dar, doch könnte man die Bilder fast als apokalyptische Ansichten vom Jüngsten Gericht charakterisieren. Mächtige eingebrochene Betonplatten, Ziegelschutt, verbogene Armierungsstahlstangen und dunkle Baumsilhouetten verleihen den Anblicken Dramatik und Gewalt. Ausgangspunkt dieser Visionen sind die massiven baulichen Umwälzungen an den Meeresstränden von Helsinki. Komplette Stahlbeton-Industriebauten weichen feinen Wohnvierteln. Gleichzeitig schafft Nyqvist es, ganz nebenbei Assoziationen mit antiken Ruinen zu erwecken. Zerbrochene und zerfallene Betonträger erinnern an umgestürzte Marmorsäulen.

Ruinen gelten schon immer als Symbole der Vergänglichkeit. Auch diese eindrucksvollen Gemälde werden zu universellen Bildern der Zerstörung und zu einem Menetekel des unvermeidlichen Schicksals unserer Kultur. In diesem Sinne sind sie zeitlos und aktuell zugleich. Die Bildserien von Zerstörung und Niedergang hängen organisch auch mit unserer Zeit zusammen. Krieg, Terrorismus, der Zusammenbruch des Realsozialismus, die Umweltkrisen und die Rezession brachten Zerstörung und Ruinen in unser Umfeld. Andererseits lassen sich diese Phänomene gerade mit Ruinenbildern thematisieren. Die Künstler in Europa und den USA haben in den letzten Jahrzehnten zum Beispiel verödete menschenleere Stadtteile, leer stehende Fabrikgebäude und nach dem kalten Krieg aufgegebene Militärstützpunkte abgebildet. Der bekannte Schriftsteller W.G. Sebald hat derartige Umgebungen erkundet und dabei über den Stand der Kultur nachgedacht. Im Bereich der bildenden Kunst wird viel mit Mitteln der Fotografie und des Films gearbeitet, doch Thomas Nyqvist ist ein urbaner Entdeckungsreisender, der seine visuellen Wahrnehmungen in großformatigen Gemälden festhält.

Thomas Nyqvists Ölgemälde sind als Kunstwerke eindrucksvoll. Seine Farbwelt ist bis hin zur dramatischen Thematik durchdramatisiert. Durch die gedämpfteren Farbschichten hindurchscheinend, setzen die indigoblauen oder kräftig roten Grundierungen das von Beton und Ziegelschutt geprägte Landschaftsbild geradezu unter Spannung. Die Dramatik und die Bedrohlichkeit der Gemälde von Nyqvist wird durch seine souveräne Pinselführung gefiltert. Er schafft aus der Tradition der bildenden Kunst, der filmischen Formensprache und der Kenntnis seiner eigenen Zeit eine persönliche Synthese.

Ville Lukkarinen, Kunsthistoriker


Thomas Nyqvist – Ruins of sorts

Thomas Nyqvist (born 1955) has earned a reputation for creating large paintings depicting the harsh beauty of urban landscapes. He has taken us down strange paths to reveal the poetry of Helsinki’s old industrial areas, demolition sites and snow-covered fields.

His latest series of paintings Ruins of sorts continues his exploration of the art of ruins. While the new paintings depict actual demolition sites in contemporary Helsinki, they can be viewed as almost apocalyptical visions of judgement day. Massive collapsed concrete slabs, piles of bricks, twisted steel reinforcement bars and the dark silhouettes of trees create dramatic and violent scenes. His visions are based on the ongoing transformation and redevelopment of Helsinki’s shoreline districts, where entire industrial plants are making way for new residential buildings. Nyqvist also succeeds in creating associations almost furtively with ancient ruins. Collapsed and broken concrete pillars are like fallen marble columns.

Throughout the ages, ruins have symbolised transience. Nyqvist’s impressive paintings are transformed into universal images of destruction and also warnings about the unavoidable fate of our culture. In this sense they are both timeless and topical. Depictions of destruction and decay are very much a part of our times. War, terrorism, the collapse of real socialism, ecological crises and economic recession have created the destruction and ruins that surround us. At the same time, images of ruins allow us to process these phenomena. In recent decades European and American artists have depicted suburbs that have been deserted by their residents, desolate factory buildings and disused Cold War military bases, for example. German writer and academic W.G. Sebald too has wandered through these kinds of environments pondering the state of culture. Within the visual arts this work has been done a lot through photography and moving pictures, while Thomas Nyqvist is an urban explorer who paints what he sees on large canvases.

As works of art, Thomas Nyqvist’s oil paintings are truly impressive. His increasingly dramatic use of colours matches the dramatic themes of his works. Indigo-blue and powerful red bases radiate through more subdued layers of colour, electrifying the urban landscapes characterised by concrete and broken bricks. The dramatic and threatening nature of Nyqvist’s paintings is transmitted through his scintillatingly skilful brushwork. He has built on the tradition of painting, the expressive language of film and an acute awareness of his own time to create his own personal synthesis.

Ville Lukkarinen, Art Historian

 

Al Sahra
| 29.01. – 20.02.2016

Karen Koltermann, Berlin (Video)

Website Karen Koltermann


Vernissage am Freitag, 29. Januar 2016 um 19 Uhr / Opening on the 29th of January at 7 pm.

Herzlich Willkommen / Warmly Welcome

TOOLBOX – Finnish Art Space
Koloniestraße 120 | 13359 Berlin Wedding | U-Bahn Osloer Straße

Öffnungszeiten | Opening-times:

  • Di–Sa/ Tue–Sa: 14–18 Uhr

Karen Koltermann

Video: Al Sahra, home, ca. 3 min. Loop, 2011

Koltermanns Video ist eine Komposition filmischer Eindrücke von einem halbabgewrackten Schiff. Es ist noch als Schiff zu erkennen, Teile liegen aber schon als Schrott an Land.

Am 14. Juli 1990 legte der irakische Schwerguttransporter Al-Zahraa in Bremerhaven an, weil dort die Maschine repariert werden sollte. Am 2. August griff der Irak Kuwait an, die UN verhängten ein Embargo gegen ihn und das Schiff wurde arretiert. Bis zu seiner Verschrottung 2011 lag es dann in Bremerhaven fest, bis zum Jahr 2003 von einer rudimentären Besatzung aus jeweils zwei irakischen Männern bewacht, die einige Monate blieben und dann abgelöst wurden. Die letzten zwei mussten über zwei Jahre lang auf dem Schiff in Bremerhaven bleiben, weil im Jahr 2003 während ihrer Dienstzeit der Irakkrieg ausbrach. Karen Koltermann hat mit diesen beiden Männern gesprochen und damals schon Aufnahmen von der Al-Zahraa gemacht.

Im Juli 2011 ist sie dann zur letzten Station der Al-Zahraa gefahren, einer Abwrackwerft im litauischen Klaipeda. Die Abwrackwerft hat ihr erlaubt, die halbzerlegte Schiffsruine zu betreten, die Künstlerin hat dort gefilmt und fotografiert. Das hier gezeigte Video ist ein Zusammenschnitt aus diesen Aufnahmen.

Ein Schiff, das 21 Jahre lang im Hafen liegt ist eine Absurdität, und die Verheißung der Reise, des Aufbruchs, der Weite und (imaginierten) Freiheit des offenen Meeres, die vielleicht jedes Schiff, mindestens die hochseetauglichen, umweht, ist hier stillgestellt. Beim Abwracken findet endgültig ein Übergang vom Wasser aufs Land statt, das Schiff endet in Schrotthaufen und wird im Glücksfall recycelt und den Materialkreisläufen an Land wieder zugeführt.

Der Titel, Al Sahra, home, ist einerseits eine Verfremdung des Namens des Schiffes – „aṣ-Ṣaḥrā“ heißt im Arabischen „die Wüste“ – , „home“ verweist auf die Zugehörigkeit des Films zu dem größeren Werkkomplex home, der zuerst 2011–12 in der Kunsthalle Bremerhaven gezeigt wurde; das Werk besteht aus Videos, Fotos, Klangcollagen und Malerei, auch in Kombinationen, über die Al-Zahraa und andere Schiffe, die abgewrackt wurden, also nicht mehr sind, die – in der altertümlichen Redewendung ausgedrückt – „heimgekehrt“ sind.

„home“ heißt aber auch, dass diese Schiffe Menschen ein Zuhause gewesen sind – oder im Fall der irakischen Wachmänner eine armselige Bleibe, fern des Zuhauses, das gleichzeitig auch noch in Schutt und Asche gelegt wurde.

Und es hängt dem Wort „home“ an, dass die See die Verheißung des anderen, in der Vorstellung besseren Ortes in sich trägt, weshalb Menschen sich seit Jahrtausenden auf Seereisen machen in die unbekannte Ferne. Und ihr Heim verlassen.

Text: Dr. Anna E. Wilkens

Links:

shipbreaking Al-Zahraa (PDF)

In der Presse über die Ausstellung home und die Al-Zahraa:

Günter Beyer: „Suche nach einem besseren Ort. Die Ausstellung home in der Kunsthalle Bremerhaven“, in: Deutschlandradio Kultur, 18.12.2011, http://www.deutschlandradiokultur.de/suche-nach-einem-besseren-ort.1013.de.html?dram:article_id=172644

Frank Keil: „Ein Kahn kehrt heim. Ausstellung in Kunsthalle“, taz Nord, 22.12.2011, http://www.taz.de/!5104705/

Seite des Dokumentarfilms über die beiden irakischen Wachleute, Die Vergessenen der Al-Zahraa, von Knud Vetten und Andreas Wenderoth, 2006

http://www.al-zahraa.de/HTML/geschichte2.html


Karen Koltermann

Video: Al Sahra, home, ca. 3 min Loop, 2011

Koltermann’s Video shows impressions of a partially broken up ship. It is still recognizable as a ship, but in its partially demolished state, fragments are already lying ashore.

In 1990, the Iraqi cargo ship Al-Zahraa docked at the port of Bremerhaven for refit of machines. Before the repairs were finished, Iraq attacked Kuwait and the Al-Zahraa was locked at the Port due to the UN embargo on Iraq. Until its final demolition in 2011, the ship was laid up at Bremerhaven port, guarded by a crew of two Iraqi watchmen, who stayed for several months to be then replaced by others. With the beginning of the Iraq war in 2003, there was no further replacement, so the last two guards were forced to stay on the ship for more than two years in miserable living conditions. Karen Koltermann visited them in 2003 and took pictures of the Al-Zahraa and filmed with a video camera.

In July of 2001 she followed the ship to its final destination, its demolition in the port of Klaipeda, Lithuania. She gained permission to film on the partially disassembled vessel; the video shown here is a composition of said footage.

A ship docked at a port for 21 years is an absurdity, and the promise of departure to distant shores, of the vastness and (presumed) freedom of the wide open sea that a (seagoing) vessel usually seems to hold must forever remain unfulfilled. In demolition the transition from sea to land becomes final, the ship ends up as and in scrapheaps, and in fortunate cases enters cycles of renovation through recycling.

The work’s title, Al Sahra, home, on the one hand is an amalgamation of the ship’s name with the Arabian expression “aṣ-Ṣaḥrā” – the desert; “home” signifies that the video belongs to a series of works called home, which was first exhibited in Bremerhaven Kunsthalle (taidehalli) in 2011–12. home consists of videos, photos, sound collages and painting, and different combinations of these. The series focusses on the Al-Zahraa and other ships that have been wrecked and are no more.

“Home” tells us that these vessels have been a home to people – or in the case of the Iraqi watchmen: a miserable accomodation, far away from their home that was bombed and layed waste to at that time.

And “home” also means that the sea holds the promise of the Other, the notion of a different place, a better home, in search of which humans for millenia have set out to cross oceans and reach the far-away unknown.

Text: Dr. Anna E. Wilkens