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Menagerie | 29.4.–20.5.2016

Menagerie – Tiere im Zoo der Kunst | Animals in the Art Zoo |


Text in English
Quotes from Artists | Zitate

 

Dear friends and artists,
we would like to invite you to the Finissage of our exhibition

Menagerie – Animals in the Art Zoo

Friday, May 20th

Toolbox and madeinwedding are showing two parts of the exhibition.

  • madeinwedding is open from 2–6 pm
  • Toolbox is open from 2 pm–open end

If you want to see the whole exhibition you can do so between 2–6 pm.

At 7 pm small buffet (food) from Mr. Ira Schneider and drinks will be served.


Toolbox – Finnisch-Deutscher Projektraum, Koloniestraße 120
in Kooperation mit Madeinwedding

Vernissage: Freitag 29. April um 19 Uhr, Performance: Tintin Patrone
Öffnungszeiten Kolonie-Wochenende: So. 1. Mai von 14–18 Uhr
Ausstellungsdauer: 29. April bis 20. Mai 2016 | Öffnungszeiten Mo–Fr 14–18 Uhr
kuratiert von Anna E. Wilkens und Andreas Wolf mit Support von Karen Koltermann
An Feiertagen ist die Toolbox geschlossen
Finissage: 20.5.2016 | 14-17.30 Uhr in madeinwedding und in Toolbox, ab 17:30 in Toolbox

Die Werke der Ausstellung thematisieren verschiedenste Beziehungen zwischen Tieren, darunter auch menschliche Tiere.

Menagerie

Text: Anna E. Wilkens

„Menagerien“ waren höfische Tierparks (ca. 16.–18. Jh.), in denen Tiere aufgrund ihres Exotismus – analog den Kuriositätenkabinetts – gesammelt und „ausgestellt“ wurden. Sie gelten als Vorläufer des Zoos, dessen Erscheinen und Einrichtung auf zoologischen Taxonomien beruht, die im 18. Jahrhundert entwickelt wurden. Diese zoologischen Klassifizierungssysteme gehören zum modernen naturwissenschaftlichen Paradigma: Zoos sind ihrer Anlage nach in die Moderne gehörig, Menagerien sind vormodern.

Bis heute hat das Wort „Menagerie“ eine Bedeutungsverschiebung erfahren und meint eine ungeordnete Ansammlung, meist von Menschen, das Beispiel im Duden-online lautet „in übertragener Bedeutung: eine ganze Menagerie (scherzhaft; Ansammlung) von Künstlern war zugegen“.

Der Ausstellungstitel meint zum einen, dass die Ausstellung durch sowohl kuratorisches Konzept als auch Zufall entstanden ist – Ordnung/Intentionalität und Unordnung/Serendipity; zum anderen ist er als emphatischer Hinweis auf Historizität zu verstehen: die verschiedenen historischen Phasen im abendländischen menschlichen Diskurs über Tiere, besonders seit Beginn der Neuzeit.

Human Animal Studies: Animal Turn

Eine zunehmende Radikalisierung der Reflexion über die eigenen Vorannahmen, Vorurteile, den eigenen historischen Standpunkt zeichnet das (kulturwissenschaftliche) Reden über Tiere in den letzten etwa vier Jahrzehnten aus, noch verstärkt seit der Jahrtausendwende. Vorsichtig kann hier von einem Paradigmenwechsel (im Sinne Kuhns) gesprochen werden, eine Veränderung, die über einen „turn“ hinausgeht, der als ein Perspektivenwechsel innerhalb einer Disziplin bei gleichzeitiger Vernetzung mit anderen Disziplinen verstanden wird. Der Animal Turn (Harriet Ritvo) ist einer in einer ganzen Reihe von anderen zeitgenössischen Turns (cultural, spatial, corporeal, emotional, material, pictorial etc.). All diesen Turns gemein ist, so die These, dass ihre Grundlage die Loslösung von dem seit Descartes vorherrschenden erkenntnistheoretischen Paradigma ist, das auf Dichotomien beruht: res cogitans und res extensa, Geist und Körper, daran anhängend Kultur und Natur, Mensch und Tier, Mann und Frau, „und die entsprechend analogisch konstruierte Nähe von Kultur/Mensch/Mann versus Natur/Tier/Frau“, die „noch immer nicht vollends suspendiert“ ist (Carola Sachse).

Pluralität – Relationalität

Das neue Paradigma gründet in der Auffassung, dass Entitäten, welcher Art auch immer, nicht ohne ihre Beziehungen existieren. So bemerkt, zum Beispiel, Hannah Arendt, dass die Welt das „Zwischen“ sei und dass Menschen stets und immer schon im Plural existieren – und nicht, wie bei den deutschen Idealisten, als vervielfältigtes, immer gleich funktionierendes Subjekt. Eine solche Auffassung findet sich auch in der Transzendental- und Universalpragmatik (Habermas) sowie zeitgenössisch in Praxeologie, Actor Network Theory und Relationismus.

Agency: Tiere als Handelnde

Im Zuge der Betonung von Beziehungshaftigkeit allen Seins wird neuerdings Handlungsfähigkeit auch solchen Entitäten zuerkannt, die bisher stets als passive Objekte angesehen wurden: Tiere. Möglich ist das durch die Entkoppelung von Intentionalität und Handlungsfähigkeit, das heißt, man muss die Handlung nicht bewusst beabsichtigen, damit sie innerhalb einer Interaktion eine ist. Tiere sind zur Agency fähig, und in dieser haben verschiedenste Tiere die vielfältigsten Beziehungen zu Menschen. Oder: menschliche und andere Tiere interagieren miteinander.

Im überkommenen Weltbild war zunächst „der Mensch“ (im Singular, weil alle Exemplare als prinzipiell gleich gedacht wurden), dann hat „er“ (auf jeden Fall ist der exemplarische Mensch männlichen Geschlechts) Tiere domestiziert und sich die Welt untertan gemacht.

Dagegen setzt die Re-Interpretation historischer Mensch-Tier-Beziehungen mit der Menschwerdung an, indem zum Beispiel nicht mehr von der Domestizierung von Wölfen (die dann Hunde wurden) gesprochen wird, sondern von Allianzen zwischen Wölfen und Menschen, die entscheidend sind in der Menschwerdung, ohne die sie nicht oder ganz anders stattgefunden hätte. Das Gleiche gilt für Hunde, die ohne ihre Kooperation mit Menschen nicht wären oder ganz anders wären.

“Beings do not preexist their relatings.” (Donna Haraway)

Verschiedene mögliche Beziehungen zwischen Menschen und anderen Tieren sind Grundlage für die Gruppierungen der Werke in „Gehege“ im Ausstellungszoo:
Gehege der Freundschaften; Gehege der zufälligen Begegnungen; Hommage an eine Tiergattung; Taxonomien; Verwandtschafts-Haus; Identifikation von Menschen mit Tieren; Gehege der Präparation; Gehege der Jagd von Menschen auf andere Tiere; Tiere als Form (Selbstreflexion der Kunst); Traumhafte Begegnungen (Aufhebung der Hierarchie zwischen Menschen und anderen Tieren).
Ein paar Tiere haben ihre Gehege verlassen oder laufen als Wildtiere im Zoo herum.


Künstlerinnen und Künstler:

Aleksandar Jestrović,  Berlin (Malerei)
Alexander Horn, Mannheim (Malerei)
Archi Galentz, Berlin (Zeichnung)
Buffy Klama Berlin (Zeichnung)
Carolina Brack, Berlin (Cutout)
Catherine Bourdon, Berlin (Malerei)
Christof Zwiener, Berlin (Video)
Dunja Hamdorf, Hamburg (Zeichnung)
Eike Laeuen, Berlin (Fotografie)
Erik Weiser, Leipzig (Skulptur)
Hannah Dougherty, Berlin (Zeichnung)
Heikki Länkinen, Finnland (Malerei)
Henrik Jacob, Berlin (Knete)
Ilia Kitup, Berlin (Zeichnung)
Ina Sangenstedt, Berlin (Skulptur)
Mr. Ira Schneider, Berlin (Video, Fotografie)
Jakob Roepke, Berlin (Malerei)
Johanna Lonka, Tampere FI (Installation)
Joseph Heeg, Mannheim (Malerei)
Jovan Balov, Berlin (Zeichnung, Foto)
Kaisu Koivisto, Helsinki (Skulptur)
Karen Koltermann, Berlin (Malerei, Video)
Katia Kelm Berlin, (Malerei, Installation)
Konstantin Voit, Mannheim (Malerei)
Laura Kärki, Helsinki (Skulptur)
Liisa Kanerva, Helsinki (Malerei)
Magdalena, Åberg Helsinki (Malerei)
Mika Karhu, Hyvinkää, FI (Zeichnung)
Nina Lassila, Belgien / Berlin (Video)
Otgonbayar Ershuu, Berlin (Malerei)
Reiner Maria Matysik, Berlin (Video, Aktion)
Ricarda Wallhäuser, Berlin (Collage)
Saana Inari, Berlin (Video)
Sampsa Indrén (Painting)
Sanni Seppä, Finnland (Zeichnung)
Sennf Berlin, (Mixed Media)
Skadi Engeln, Berlin (Druckgrafik)
Susanne Schirdewahn, Berlin (Skulptur)
Tanja Vetter, Mannheim (Malerei)
The Niñxs (Helena Hernández &
Rafael Koller), Berlin/Luzern (Zeichnung)
Tintin Patrone, Hamburg (Performance)
Veronika Witte, Berlin (Video)


Menagerie – Animals in the Art Zoo

Exhibition April 29—May 20, 2016

Finissage: 20.5. 2016 | 14-17.30 Uhr in both spaces, later only in Toolbox

Toolbox – Finnish-German Art Space, Koloniestraße 120, 13359 Berlin/Germany
On Bank Holidays Toolbox is closed

Curators: Anna E. Wilkens and Andreas Wolf with support from Karen Koltermann

In the exhibition, 43 artists take a variety of relations between animals, humans among them, into focus. These relations are, for example, love, prey, chance encounters, genetic hybridisation, classifying in zoological taxonomies, identifying, comparison (anthropomorphisms) and mystification.

Photos from the Opening

Menagerie

Text: Anna E. Wilkens

‘Menageries’ – courtly collections of animals (16th to 18th century), similar to Cabinets of Curiosity, in which animals were ‘displayed’ for reasons of being ‘exotic’ – are precursors to the modern zoo. The zoo, developed in the 19th century, relies on taxonomies that stem from the 18th century. These taxonomies are part of the modern scientific paradigm: zoos belong to modernity; menageries are pre-modern.

To the present day, the word ‘menagerie’ in German has undergone a shift of meaning, nowadays it signifies (in figurative use) a random and unsystematic collection of items or people. The example in the online edition of Duden, the German spelling authority for this usage is: ‘a whole menagerie of artists was present’.

The exhibition’s title points to the process of assembling the works: between curatorial concept and serendipity, and it furthermore emphatically stresses historicity: different historical stages in occidental human discourse on animals, especially post-medieval.

Human Animal Studies: Animal Turn

Reflection on prejudices and assumptions pertaining to one’s own historical standpoint have increased considerably in contemporary (cultural studies) discourse on animals in the last four decades, and even more so since the beginning of the 21st century.

Tentatively this can even be called a paradigm shift (according to Kuhn), a change in thought that goes beyond a turn; a turn being understood as a change of perspective in one academic discipline, while at the same time broadening the scope through working interdisciplinary. The Animal Turn is one in a whole menagerie of turns (linguistic, cultural, spatial, corporeal, emotional, material, iconic etc.). All of these share the common trait of liberating thought from the Cartesian epistemological paradigm that is based on dichotomies: res cogitans and res extensa, spirit and body, and based on this primary dichotomy there are culture and nature, human and animal, man and woman, and the analogously construed proximity of ‘culture/human/male versus nature/animal/woman, which still hasn’t been overcome completely’ (Carola Sachse).

Plurality – Relationality

The new paradigm holds that entities, of any kind, ‘do not pre-exist their relatings’ (Donna Haraway). For example Hannah Arendt states that the world we inhabit is in the ‘between’, that which exists between people (for Arendt always people, not animals), and that humans always and from the beginning have existed in the plural, as more than one – contrary to German philosophical Idealism, according to which each and every subject is basically the same (all individuals ‘function’ in the same way and therefore don’t exist in plurality, only in the plural).

The notion of world as plurality we find for example in Universal Pragmatism (Habermas), in Praxeology, Actor Network Theory and Relationalism. We are what we are in and through our relations with each other, animals included.

Agency: Animals as Acting Entities

Humans, in the course of emphasising relations as the cornerstone of all existence, recently began to acknowledge agency in beings formerly perceived as things or thing-like objects, not capable of acting. The possibility of perceiving animals as acting beings relies on a changed concept of action: action is no longer seen as being necessarily linked to intention, nor having an intention as prerequisite. Actions do not have to be conscious and purposeful to be called actions. So we can conceive of interactions as actions without these actions mandatorily being intentional. Animals are capable of agency and they have a whole lot of different relationships with humans (human animals). Or: humans and other animals interact.

In the traditional world view, first there was man (definitely in the singular, one man, since all specimen are basically the same), than ‘he’ (the exemplary human is always male) domesticated animals and subdued the world.

Contrary to this notion, the re-interpretation of historical relations between humans and other animals begins at the beginning of humanity; for example, dogs are no longer perceived as domesticated wolfs, but wolfs and early humans shaped alliances, cooperating in ways that were of fundamental importance for homo becoming human and wolf becoming dog. Without each other, they wouldn’t be what they are or they wouldn’t even be at all.

The works in the exhibition-zoo are grouped according to those relations of humans and other animals that we can see in them. The assemblages of works are called “compounds”, “enclosures”, “houses” etc., like in a zoo. There are of course more possible relations than are shown in the exhibition.
Compound of Friendship; Compound of Chance Encounters; Homage to a Species; Compound of Taxonomies; House of Relatives; Enclosure of Identification of Humans with Other Animals; Cage of Preparation; Enclosure of Humans Hunting other Animals; Compound of Animals as Shapes in Art; Dreamlike Encounters/Suspension of Hierarchies between Humans and Other Animals.
Some animals have left their compounds or are running around the zoo as strays or wild animals.


Aleksandar Jestrović Berlin (Painting)
Alexander Horn Mannheim (Painting)
Archi Galentz Berlin (Drawing)
Buffy Klama Berlin (Drawing)
Carolina Brack Berlin (Cutout)
Catherine Bourdon Berlin (Painting)
Christof Zwiener Berlin (Video)
Dunja Hamdorf Hamburg (Drawing)
Eike Laeuen Berlin (Photography)
Erik Weiser Leipzig (Sculpture)
Hannah Dougherty, Berlin (Drawing)
Heikki Länkinen, Finland (Painting)
Henrik Jacob, Berlin (Play Dough)
Ilia Kitup Berlin, (Drawing)
Ina Sangenstedt, Berlin (Sculpture)
Mr. Ira Schneider, Berlin (Video, Photography)
Jakob Roepke, Berlin (Painting)
Johanna Lonka, Tampere FI (Installation)
Joseph Heeg, Mannheim (Painting)
Jovan Balov, Berlin (Drawing, Photography)
Kaisu Koivisto, Helsinki (Sculpture)
Karen Koltermann, Berlin (Painting, Video)
Katia Kelm Berlin, (Sculpture, Painting)
Konstantin Voit, Mannheim (Painting)
Laura Kärki, Helsinki (Sculpture)
Liisa Kanerva, Helsinki (Painting)
Magdalena Åberg, Helsinki (Painting)
Mika Karhu, Hyvinkää, FI (Drawing)
Nina Lassila, Belgien / Berlin (Video)
Otgonbayar Ershuu, Berlin (Painting)
Reiner Maria Matysik Berlin (Video, Action Art)
Ricarda Wallhäuser Berlin (Collage)
Saana Inari Berlin (Video)
Sampsa Indrén (Painting)
Sanni Seppä Finland (Drawing)
Sennf Berlin (Mixed Media)
Skadi Engeln Berlin (Print)
Susanne Schirdewahn Berlin (Sculpture)
Tanja Vetter Mannheim (Painting)
The Niñxs (Helena Hernández &
Rafael Koller) Berlin/Lucerne (Drawing)
Tintin Patrone Hamburg (Performance)
Veronika Witte Berlin (Video)


Quotes from Artists | Zitate

Menschliche Porträts werfen immer auch Fragen nach der Person auf. „Wer ist diese Kröte genau und in welcher Beziehung stehen Sie zu Ihr?“ werde ich dagegen nur selten gefragt.

The deer has references to cute, big headed figures such as a Bambi. But on the other hand I want to confront the docile figure with the steel structure, which refers to machines and technology.

Ein erfreuliches Zeichen von Zivilisation sind Möwen wohl dann, wenn man in der Weite des Meeres in Seenot geraten ist. Bei ihrem Erscheinen kann man auf die Nähe eines Schiffes oder der Küste hoffen.

Warum diese Tiere? Weil sie gebündelt in einem gut postkartengroßen Schablonenheftchen aus den USA versammelt sind, zum Thema Reptilien.

Chester hatte ein Fell so schwarz wie die Nacht und einen Kopf, der war so breit, dass man ihn für einen Rammbock in Dackel-Gestalt halten konnte. Er hatte weder Manieren noch Freunde und verbrachte seine Tage dösend im Körbchen, das er nur verließ, um dann mit seinem irrsinnig breiten Schädel und mit Karacho einen seiner Hundekollegen umzuhauen.

In ihrer magischen Realität ist dieses Mischwesen aus Mensch und Tier die alles bestimmende Figur. Unter ihren Augen steigen Kugeln aus dem Wasser und Gewehre versinken darin.

Das Meerschweinchen hat weder etwas mit dem Meer zu tun, noch ist es mit dem Schwein verwandt. Eher unförmig und wenig elegant, hat es den einzigen Vorteil, wenn man den kulinarischen ausnimmt, als niedlich zu gelten und die volle Aufmerksamkeit von vorpubertierenden Mädchen für sich zu gewinnen.

Four bears are having a good time and drinking beer. It is a night when one of the bears is celebrating the birth of his child. The bear is like a totem animal for me. It is a very mythical animal here in Finland. There is also a very old myth of a woman and a bear having a love affair.

The motif (animal) in the picture is a small bird I found dead in my front yard. Probably killed by our cat.

Tiere und Menschen durchspielen als Protagonisten der fiktiven Szenenbilder psychische Realitäten und Einstellungen (attitudes) zur Wirklichkeit. Die Tiere sind dabei Verkörperungen von Affekten, sind rätselhafte Totems, erhabene Archetypen, deplazierte Störer und animalische Wiedergänger.

And if we aren’t eating it – then our pets are. Meat. Organized. Monetized. Industrialized.

In Verbindung mit Autos sind Insekten vor allem eines: lästig.

Max war mein Begleiter, mein Trabant und meine Muse. Er drang in meine Bilderwelt ein, auch in die Malerei und die Zeichnung. Durch ihn wusste ich: Alles ist Natur.

Wie schauen Affen fern? Welche Sendungen bevorzugen sie? Und wer bestimmt, was läuft? Solche Fragen mochte der Stuttgarter Zoo jetzt mit einer Forschungsreihe klären.

1977, I was in Kenya at the Masai Mara enormous animal free roaming preserve. On my way there at night I spotted an animal ahead in my headlights and quickly took a picture of this cheetah/Gepard. I continued on to my first night at the camping centre. Sleeping in a tent was difficult. I kept hearing lions roar behind it, nearby.
It was only in the light of morning that I saw that a large metal chain fence surrounded the entire camp.

I’d like to sing you a lullaby
about hedgehog
anteater and crayfish
and share my life with you
but you know I am just a dreamer

basically a small good-humored sculpture with big eyes, but the truth is that it has a high risk becoming extinct in the near future.

I was stressed and was told that I need to let go of control and swim around playfully, get my fish as the otter. The dove told me to slow down, pause and breathe – which felt quite stressful.

die einzigen tiere, die keine tiere sind, sind affen. und menschen sind keine menschen sondern tiere.

Die Wertfreiheit in ihrer Beobachtung ignoriert wiederkäuend meine Bemühungen, etwas besonders Anspruchvolles zu vollbringen und wirft mich immer wieder auf das zurück was ist: Die Kuh, die Landschaft und ich.

Der Kopf ist für mich ein Sinnbild für den Aufbruch geworden und: er sieht nach all den Jahren immer noch gut aus. Der Staub der Zeit wäre in den Wäldern Finnlands natürlich weniger haften geblieben. So hängt er hier in Berlin rum und beobachtet die Lage.

We let us surprise ourselves by the vastness of the world we live in. Birds and house pets are a dichotomy of our clashing dialogues.

An individual sparrow may appear beautiful but having tens of them may give you quite a contrary impression.


Photo bear: Mr. Ira Schneider

Videostill

Video: The Red Carpet
26.02. – 19.03.2016

Jörg Hommer: The Red Carpet

 the red carpet ist eine Persiflage auf das Protokoll bei Staatsempfängen, die jeden Tag überall auf der Welt stattfinden und wie man sie im Fernsehen sehen kann: Das berühmte „Hand-Shakes“, „staatsmännisch“ lachende Politiker-Gesichter, symbolisches Gestikulieren. In the red carpet wählt die Kamera allerdings eine ungewöhnliche Perspektive.

Technische Daten

  • 4:35 Minuten | SD | Farbe | stereo | Kurzdoku, Experimentalfilm 2007
  • Regie/Konzept, Kamera, Schnitt: Jörg Hommer, Tonmischung: Holger Jung

 

Jörg Hommer (* 1978) arbeitet hauptsächlich in den Genres Dokumentarfilm und Installation. Er studierte Kunst an der UdK Berlin (2006–2010) und war 2012/13 Meisterschüler in der Klasse von Thomas Arslan und Heinz Emigholz, Abschluss mit dem Dokumentarfilm The thing behind my Screen (Work in Progress, 2012 bis heute), ein Film über die Wirklichkeit hinter der virtuellen Realität.

Sein Realtime-Film Walk on the edge of democracy wurde beim Internationalen Filmfestival Berlin 2008 im Forum uraufgeführt.

Website Jörg Hommer


 

Jörg Hommer: The Red Carpet

the red carpet is a persiflage on the protocol pertaining to state receptions, taking place every day, anywhere on earth and constantly shown on TV: the famous ‘shake hands’, politicians’ faces laughing in a ‘statesmanly’ fashion, symbolic gesticulating; though in the red carpet the camera chooses an unusual angle.

Technical data

  • 4:35 min | SD | Colour | stereo | short documentary, experimental film, 2007
  • Direction/Concept, camera, cut: Jörg Hommer, sound mixing: Holger Jung

About

Jörg Hommer (born 1978), primarily works on documentaries and installations. He studied at the University of Arts Berlin (2006–2010) and in 2012/13 attended the Master Class of Thomas Arslan and Heinz Emigholz, where he did his latest Documentary The thing behind my Screen (WiP, 2012-current), about the reality behind the virutal world.

His realtime film Walk on the edge of democracy was premiered at International Filmfestival Berlin in the Forum Section in 2008.

Website Jörg Hommer

Thomas Nyqvist

Ruins of sorts |
29.01. – 20.02.2016

THOMAS NYQVIST, Helsinki (Malerei)

Video: Karen Koltermann, Berlin


Vernissage am Freitag, 29. Januar 2016 um 19 Uhr / Opening on the 29th of January at 7 pm.

Herzlich Willkommen / Warmly Welcome

TOOLBOX – Finnish Art Space
Koloniestraße 120 | 13359 Berlin Wedding | U-Bahn Osloer Straße

Öffnungszeiten | Opening-times:

  • Di–Sa/ Tue–Sa: 14–18 Uhr

English


Thomas Nyqvist – Ruins of sorts

Thomas Nyqvist (geb. 1955) hat auch früher schon in seinen großformatigen Gemälden brutal schöne Ansichten städtischer Randzonen dargeboten. Er entführte uns auf eigentümliche Wege und ließ uns die Schönheit von Industriezonen, Abrissbaustellen und schmutzigen Schneematschflächen bestaunen.

In seiner neuen Bilderserie Ruins of sorts präsentiert er uns eine Art Ruinenkunst. Zwar stellen die Gemälde authentische Abrissbaustellen des heutigen Helsinki dar, doch könnte man die Bilder fast als apokalyptische Ansichten vom Jüngsten Gericht charakterisieren. Mächtige eingebrochene Betonplatten, Ziegelschutt, verbogene Armierungsstahlstangen und dunkle Baumsilhouetten verleihen den Anblicken Dramatik und Gewalt. Ausgangspunkt dieser Visionen sind die massiven baulichen Umwälzungen an den Meeresstränden von Helsinki. Komplette Stahlbeton-Industriebauten weichen feinen Wohnvierteln. Gleichzeitig schafft Nyqvist es, ganz nebenbei Assoziationen mit antiken Ruinen zu erwecken. Zerbrochene und zerfallene Betonträger erinnern an umgestürzte Marmorsäulen.

Ruinen gelten schon immer als Symbole der Vergänglichkeit. Auch diese eindrucksvollen Gemälde werden zu universellen Bildern der Zerstörung und zu einem Menetekel des unvermeidlichen Schicksals unserer Kultur. In diesem Sinne sind sie zeitlos und aktuell zugleich. Die Bildserien von Zerstörung und Niedergang hängen organisch auch mit unserer Zeit zusammen. Krieg, Terrorismus, der Zusammenbruch des Realsozialismus, die Umweltkrisen und die Rezession brachten Zerstörung und Ruinen in unser Umfeld. Andererseits lassen sich diese Phänomene gerade mit Ruinenbildern thematisieren. Die Künstler in Europa und den USA haben in den letzten Jahrzehnten zum Beispiel verödete menschenleere Stadtteile, leer stehende Fabrikgebäude und nach dem kalten Krieg aufgegebene Militärstützpunkte abgebildet. Der bekannte Schriftsteller W.G. Sebald hat derartige Umgebungen erkundet und dabei über den Stand der Kultur nachgedacht. Im Bereich der bildenden Kunst wird viel mit Mitteln der Fotografie und des Films gearbeitet, doch Thomas Nyqvist ist ein urbaner Entdeckungsreisender, der seine visuellen Wahrnehmungen in großformatigen Gemälden festhält.

Thomas Nyqvists Ölgemälde sind als Kunstwerke eindrucksvoll. Seine Farbwelt ist bis hin zur dramatischen Thematik durchdramatisiert. Durch die gedämpfteren Farbschichten hindurchscheinend, setzen die indigoblauen oder kräftig roten Grundierungen das von Beton und Ziegelschutt geprägte Landschaftsbild geradezu unter Spannung. Die Dramatik und die Bedrohlichkeit der Gemälde von Nyqvist wird durch seine souveräne Pinselführung gefiltert. Er schafft aus der Tradition der bildenden Kunst, der filmischen Formensprache und der Kenntnis seiner eigenen Zeit eine persönliche Synthese.

Ville Lukkarinen, Kunsthistoriker


Thomas Nyqvist – Ruins of sorts

Thomas Nyqvist (born 1955) has earned a reputation for creating large paintings depicting the harsh beauty of urban landscapes. He has taken us down strange paths to reveal the poetry of Helsinki’s old industrial areas, demolition sites and snow-covered fields.

His latest series of paintings Ruins of sorts continues his exploration of the art of ruins. While the new paintings depict actual demolition sites in contemporary Helsinki, they can be viewed as almost apocalyptical visions of judgement day. Massive collapsed concrete slabs, piles of bricks, twisted steel reinforcement bars and the dark silhouettes of trees create dramatic and violent scenes. His visions are based on the ongoing transformation and redevelopment of Helsinki’s shoreline districts, where entire industrial plants are making way for new residential buildings. Nyqvist also succeeds in creating associations almost furtively with ancient ruins. Collapsed and broken concrete pillars are like fallen marble columns.

Throughout the ages, ruins have symbolised transience. Nyqvist’s impressive paintings are transformed into universal images of destruction and also warnings about the unavoidable fate of our culture. In this sense they are both timeless and topical. Depictions of destruction and decay are very much a part of our times. War, terrorism, the collapse of real socialism, ecological crises and economic recession have created the destruction and ruins that surround us. At the same time, images of ruins allow us to process these phenomena. In recent decades European and American artists have depicted suburbs that have been deserted by their residents, desolate factory buildings and disused Cold War military bases, for example. German writer and academic W.G. Sebald too has wandered through these kinds of environments pondering the state of culture. Within the visual arts this work has been done a lot through photography and moving pictures, while Thomas Nyqvist is an urban explorer who paints what he sees on large canvases.

As works of art, Thomas Nyqvist’s oil paintings are truly impressive. His increasingly dramatic use of colours matches the dramatic themes of his works. Indigo-blue and powerful red bases radiate through more subdued layers of colour, electrifying the urban landscapes characterised by concrete and broken bricks. The dramatic and threatening nature of Nyqvist’s paintings is transmitted through his scintillatingly skilful brushwork. He has built on the tradition of painting, the expressive language of film and an acute awareness of his own time to create his own personal synthesis.

Ville Lukkarinen, Art Historian

 

Anssi Taulu

Ungenaue Zyklizität |
Inexact Cyclicality |
26.9. – 24.10.2015

Anssi Taulu


Vernissage am 25.9.2015 um 18 Uhr / Opening on 25.9.2015 at 6 pm

Closing Party Performance Fr 23. october 6 pm:
Musiker Kari Mäkiranta und Künstlerin Aya Inamura

Herzlich Willkommen / Welcome

TOOLBOX – Finnish Art Space
Koloniestraße 120 | 13359 Berlin Wedding | U-Bahn Osloer Straße

Öffnungszeiten | Opening-times:

  • Di–Sa/ Tue–Sa: 14–18 Uhr

Welcome!


If everything is related to everything
have our desires materialized
plastic and pollution
is past and future in my blood
If everything is related to everything
is perfection
a misunderstood word
as Inexact Cyclicality


Vita

Geboren 1969 in Palokka, Finnland. Lebt und arbeitet in Hämeenlinna. 1994 Abschluss als Bildhauer an der Kankaanpää Art School.

Beteiligung an einer Vielzahl von experimentellen Kunstprojekten.

Einzelausstellungen (Auswahl): Galerie Sculptor, Helsinki; Galerie KONE, Hämeenlinna. 2008 „Wasp Factories“, ein kollektives Kunstprojekt, site-specific im urbanen Raum, Jyväskylä, Finnland; 2009 Lohja, Finnland; 2011 Edinburgh Kunstfestival; Hämeenlinna, Finnland; 2012 London.

Auszeichnungen: 2007 Good Construction Award; 2008 Voipaala Medaille.

Mitglied der Finnischen Bildhauervereinigung.


Anssi Taulu über seine Arbeit:

Während meiner Beschäftigung mit unser aller Geschichte und mit Phänomenen der Gegenwart entstand die Idee zur Arbeit im Dreidimensionalen. Beim Arbeiten an meinen Skulpturen analysiere und vermesse ich gleichsam meine eigenen Erfahrungen, und die Ergebnisse dieser Vermessung können in den Installationen erlebt werden.

Ich verwende gerne gefundene Materialien wie Karton, Autoreifen, Plastik, Plexiglas und Holz. Wichtige Elemente in meinen Arbeiten sind Licht, Schatten, Geräusche und Akustik.