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Eugen Borkovsky exhibition

TOČKA PUNTO PUNKT | 19.–28.5.2017

Ein kuratiertes, kollektives, thematisches Kunstprojekt mit Positionen von 38 Künstlerinnen und Künstlern aus Kroatien, ausgestellt in drei Berliner Projekträumen der Kolonie Wedding.

Beteiligte Projekträume: Prima Center Berlin, InteriorDAsein und Toolbox.

Kurator / autor projekta / autore del progetto: Eugen Borkovsky

Welcome: Vernissage / Opening: Freitag / Friday 19.05.2017,  7pm
Öffnungszeiten Kolonie-Weekend / Friday 26.5. 7-10 pm, Saturday 27.5. 2-6pm,  Sunday 28.5. 20172-6pm
Ausstellungsdauer / Exhibition open: 19.–29.05.2017
Öffnungszeiten: Di–Friday 16–19 Uhr
Opening hours: Di–Fr 4-7pm

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Point, Dot, Punto, Punkt, Tocka …

Dieses Projekt problematisiert, erläutert und illustriert ein künstlerisches Element, und das ist der Punkt; die Ausstellung ist Teil einer Reihe, die verschiedene künstlerische Elemente thematisiert. Die Künstler der Ausstellung präsentieren Werke, die sich mit dem Phänomen Punkt auseinandersetzen. Einige der Künstler stellen Fragen zur Bedeutung des Punktes, andere interpretieren ihn durch technische Variationen.

Das Kriterium für die Auswahl der gezeigten Werke war, dass möglichst mehrere Bedeutungsebenen zum Thema in den Werken wiederzufinden sein sollten. In mehreren sind zwei Diskurse sichtbar.

  • Verwendung des Punktes in der Kunst und seine Bedeutung sowie Präsentation individueller und kollektiver Bedeutungen des Punkts,
  • Erforschung der sozial-politischen Bedeutung des Punktes.

Die Ausstellung zeigt ein Spektrum engagierter Arbeiten mit imaginativem Ansatz.

Die meisten der ausgewählten Werke enthalten aktivistische, teilweise anarchistisch gefärbte Haltungen, deren Spannbreite von Intimität bis zu expliziten Botschaften reicht.

Die ausgewählten Werke gehören verschiedenen Stilen und Gattungen an. Sie eröffnen freie Möglichkeitsräume durch das Modellieren von Formen, Nutzung verschiedener Materialien und Medien sowie neuer Technologien.

Für Kunst ist gewiss wichtig, dass die Künstlerinnen und Künstler als Individuen ihre eigenen Emotionen in ihre Werke einfließen lassen. Sie sind keine Politiker, sondern Schauspieler, die direkt oder indirekt reagieren und möglicherweise vor Gefahren der sozialen Realität ihrer Zeit warnen, Zweifel an ihr äußern oder Kritik üben.

Wir haben heute den Glauben an Ideen verloren. Die in der Ausstellung gezeigten künstlerischen Positionen zeichnen sich allesamt durch eine deutliche Skepsis gegenüber der Gegenwart aus. Die Werke beschäftigen sich mit anthropologischen, politischen und sozialen Themen. Im Gegensatz zu Werbung ist Kunst niemals monofokal, sie verfolgt keine einzige Funktion, das heißt, sie ist vieldeutig.

Kritik an der postindustriellen Gesellschaft ist heute ubiquitär. Auch ein zunehmendes Bewusstsein der Grenzen von Geschichtsschreibung überhaupt ist zu vermerken, das heißt, wir glauben nicht mehr einfach, was in den Geschichtsbüchern und vergleichbaren Publikationen steht. So gewinnt der Zweifel an der Unfehlbarkeit westlicher Demokratie an Gewicht.

Die angeblich „einzig richtige“ soziale Ordnung zersetzt sich im außer Rand und Band geratenen Turbokapitalismus selbst; Entlassungen werden in fragwürdigen Statistiken kaschiert, die soziale Ungleichheit nimmt stetig zu, das Prekariat wächst. Dabei wird dann immer behauptet, das Problem seien die Einwanderer. Vielleicht spiegelt das sinkende subjektive Sicherheitsempfinden der Bevölkerung – bezogen auf Kriminalität – die tatsächlich sinkende soziale Sicherheit. Rechtspopulismus grassiert.

Das Individuum steht zerrissen zwischen der medialen Bilderflut vom idealen Leben und seiner eigenen tatsächlichen Handlungsunfähigkeit.

Die Arbeiten der Ausstellung wirken wie eine Art Seismograf der unsicheren Gegenwart. Viele Künstler beginnen zu erkennen, dass sie der westlichen Demokratie völlig egal sind. Das System duldet sie nur. Das Schicksal des Künstlers in der heutigen Zeit wird nicht nur durch seine Lage bestimmt, sondern auch durch die Entscheidung, gesellschaftspolitisch engagiert oder aber passiv zu bleiben. Wir leben in einer Zeit der Widersprüche. Die Propagandamaschinen (etwa der Werbung) versprechen uns eine neue, schönere, bessere und glitzernde Welt. Auf der anderen Seite werden wir ständig zu Einsparungen gezwungen, und sie versuchen uns von der Notwendigkeit von Kriegen zu überzeugen, die im Namen einer künftigen allgemeinen Wohlfahrt geführt werden.

Im Glauben an die letztendliche Überlegenheit der Vernunft über die wilde Geschäftemacherei habe ich Arbeiten gewählt, die den Zustand der Welt nicht als passive Beobachter, sondern als Teilnehmende zeigen. Die Werke erforschen, provozieren und regen Diskussionen an.

Grožnjan ist ein besonderer Ort der Kreativität; die ausgewählten Künstlerinnen und Künstler stammen aus dem Umfeld dieses Zentrums. Jedes der Werke nimmt mit einem ganz individuellen Ausdruck eine Befragung der Moderne vor, mit einer breiten Spannbreite im Gestus von klarer und starker Botschaft bis zur feinen Andeutung, von der Dokumentation zur Provokation.

Eugen Borkovsky


Beteiligte Künstlerinnen und Künstler

  • Darko Brajković Njapo
  • Vedran Burul
  • Bruna Dobrilović
  • Slađan Dragojević
  • Fernando
  • Lana Flanjak
  • Željka Gradski
  • Evin Hadžialjević
  • Slavica Isovska
  • Pamela Ivanković
  • Marija Jaensch
  • Marino Jugovac
  • Radovan Kunić
  • Andrea Kustić
  • Edvard Kužina Matei
  • Gordana Kužina
  • Miranda Legović
  • Xueh Magrini Troll
  • Milan Marin
  • Slavica Marin
  • Josip Mijić
  • Gail Morris
  • Saša Pančić
  • Danilo Potočnjak
  • Dijana Rajković
  • Relja Rajković
  • Nika Rukavina
  • Andrea Ružić Čović
  • Refik Fiko Saliji
  • Irena Škrinjar
  • Nina Šperanda
  • Luiza Štokovac
  • Noel Šuran
  • Urša Valič
  • Asja Vasiljev
  • Andrej Zbašnik
  • Marko Zelenko
  • Martin Zelenko

Grožnjan: Stadt der Künstler

Grožnjan ist eine Stadt in Istrien, einem Landesteil Kroatiens. Es liegt über dem Mirna-Tal auf einem Hügel, 228 Meter über den Meeresspiegel. Grožnjan war in prähistorischer Zeit schon besiedelt, später eine römische Festung; historische Quellen erwähnen Groznjan erstmals 1102. Die mittelalterliche Stadt ist bis heute erhalten geblieben. Der Ort hat dicke Stadtmauern mit zwei Toren, von denen eines heute noch steht. Von den Stadtmauern aus kann man bis aufs Meer sehen.

Die Amtssprachen in Grožnjan sind Kroatisch und Italienisch, es werden aber auch Slowenisch und andere Weltsprachen gesprochen.

Poster Sampsa

Natural Thing | 31.3.–13.4.2017

Sampsa Indrén, Finland

Drawings

Welcome: Vernissage / Opening: Freitag / Friday 31.03.2017, 19 Uhr
Öffnungszeiten Kolonie-Weekend / Sunday 2-6pm
Ausstellungsdauer / Exhibition open: 31.03 – 17.04.2017
Öffnungszeiten/ Opening hours: Tue-Fr 2-6pm,  Sa-Su: 12-6pm

Finissage: Monday, 17.4.2017 starts on 6pm

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sampsaindren.wordpress.com

English Text about Sampsa Indrén’s work

Natural Thing

Der Tod ist die natürlichste Sache überhaupt. Er ist außerdem das einzige, das allen lebenden Wesen der Welt wirklich gemein ist. Der Tod definiert das Leben, indem er ihm seine Grenzen gibt. Man könnte sagen, dass das Licht den Schatten erschafft und die Schatten Gestalt erschaffen. Indem wir sterben, geben wir den kommenden Generationen Raum und neue Dinge können erblühen.

Ich glaube, dass ich als Künstler die Verpflichtung habe, uns den Tod in Erinnerung zu rufen, damit wir mehr Freude am Leben haben und jetzt im Moment leben können. Es ist nicht leicht, den Tod als einen Freund anzusehen oder als etwas Erfreuliches; stattdessen gibt es Angst vor dem Tod. In meiner Serie versuche ich diesem Gefühl der Leere und des Schreckens etwas entgegenzusetzen, indem ich meine eigene Angst vor dem Tod in den Bildern sichtbar mache.

Als Künstler strebe ich nach jener Art von Kunstfertigkeit, die den Blick gefangennimmt und die Möglichkeit von gleichermaßen Ruhe und einer eigenen Interpretation eröffnet. Die Bilder der Serie sind Vogel-Allegorien, die, mit nordischem Respekt und slawischer Poetik, sich etwas melancholisch mit der skandinavischen Naturerfahrung beschäftigen.

In unserer Kultur waren Vögel oft ein Symbol für die Seele und für Freiheit, für Schönheit, für das Lichte und das Leichte. Um diese fliegende Metapher ordentlich untersuchen zu können, müssen wir allerdings warten, bis das Singen aufhört, die Bewegung abbricht und der Vogel stirbt. In meinem Werk erzeugt dieser Widerspruch eine Spannung, die unentwegt immer wieder neue kaleidoskopische Bedeutungen und einen Zen-artigen Frieden zulässt.

(Übersetzung Anna E. Wilkens)


Natural Thing

Death is the most natural thing. It is also the only truly common thing to all of the living creatures in this world. It also defines life by giving it the outlines. One might say that light creates shadows and shadows create form. By dying we also give room to the generations to come and new things to bloom.

As an artist I feel that one of my duties is to remind us about this so we could have more joy of life and live strongly in this moment. It is not easy to see death as a friend or an enjoyable thing and that creates fear of death. My neurotically meticulous line strives to fill this empty and horrifying feeling, when my own fear of death is presented in a visual form.

As an artist I aim at exhibiting the kind of skill that captures the viewer by the piece and offers an opportunity for tranquillity and one’s own interpretation. The pieces in the series are bird themed allegories which, with a Nordic respect and Slavic poeticality, address the Scandinavian experience of nature, characterised by melancholy.

In our culture, birds have often symbolised the soul and freedom, beauty and lightness. However, for us to carefully examine this flying metaphor, we have to wait for the singing to end, the movement to stop and the bird to die. This contradiction forms a tension in my work that is constantly creating new kaleidoscopic meanings and zen-like peace.

 

Photo

Geradewohl | 24.2.–23.03.2017

Abstrakte Zeichnungen (Gruppenausstellung)

Alex Lebus, Alexander Klenz, Andreas Koletzki, Anna
Leonhardt, Arne Schreiber, Barbara Hindahl, Elisabeth
Rosenthal, Florian Japp, Hanna Hennenkemper, Ilona Kálnoky, Kazuki
Nakahara, Lawrence Power, Nadine Fecht, Stefan
Vogel, Stig Baumgartner, Yasmin Alt

Kuratiert von Alex Klenz

Vernissage / Opening: Freitag / Friday 24.02.2017, 19 Uhr
Öffnungszeiten Kolonie-Weekend / Sunday 2-6pm
Ausstellungsdauer / Exhibition open: 24.02 – 23.03.2017

Öffnungszeiten/ Opening hours: Fr-Sa / Friday and Saturday 3-7pm and
und nach telefonischer Vereinbarung/ reservation on the phone: cell 0049.177.7401080

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Photocredit: Andreas Wolf

Photo:  Artwork from Hanna Hennenkemper

picture

Liminal | 27.1.–18.2.2017

Visual artists from Germany and Sweden approach the topic of Liminality.

Vernissage / Opening: Freitag / Friday 27.01.2017, 18 Uhr
Öffnungszeiten Kolonie-Weekend / Sunday 2-6pm
Ausstellungsdauer / Exhibition open: 27.01 – 18.02.2017
Öffnungszeiten/ Opening hours: Mi-Sa / Wed-Sat 2-6pm
Finissage: Friday, 17.2. 5pm

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Liminal: etymology “limes” (Latin) meaning threshold. The word liminal is used in connection with: (1) a transition period or the initial stage of a process, (2) that something occupies a position, or both sides of a border or threshold.

 

 

Liminal condition can be described as a place where we are open to anything; where we leave the “ordinary” and allows something else to occur. The transition can be described as passing a threshold or break through a membrane. The shift may be perceived as intimidating as the need for control is suspended, but at the same time a possibility for change and renewal. The liminal in-between space is characterized by openness, active listening and adherence to things that occur.
How does a liminal place feel; where can you find it, and what does it look like? In the project “Liminal” the participants gives their vision on the theme. Art can open doors  and let us enter places in new ways, not available before.

The project is part of “Being In The World,” an international and interdisciplinary practice-based art project that explores temporal and spatial perception. The idea is that participants work together to come closer to the topic, get together, discuss it and make new works.

http://beingintheworld.net/project/liminal

photo

Killer on the beach
30.12 – 21.01.2017

Drawings – Reijo Kärkkäinen

Drawing is thinking – mostly chaos. Sometimes I’m happily surprised: Did I really created that.

Vernissage / Opening: Freitag / Friday 30.12.2016, 19 Uhr
Öffnungszeiten Kolonie-Wochenende / Opening times on sylvester: ist die Toolbox geschlossen/Toolbox is closed
Ausstellungsdauer / Exhibition open: 3.1 – 21.01.2017
Öffnungszeiten/ Opening hours: Di-Sa / Tue-Sat 14-18 Uhr

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Reijo Kärkkäinen (b.1964) is a Finnish artist who graduated as Bachelor of Arts from University of Industrial Arts in Helsinki. Kärkkäinen is a multidisciplinary visual artist, whose work ranges from paintings, graphics, installations, photographs to comics and illustrations. He works also together with the French arthouse Le Dernier Cri (http://www.lederniercri.org). The Artist lives and works in Kuopio.

Reijo Kärkkäinen studies drawing and painting in his work, both text and image boundaries and the mutual interaction. Performing take turns an abstract expression, and a drawing line finds the painting. Kärkkäinen coordinates different points of view, in which the seriousness meets the satire and popular culture is toying with the traditional expression of art. Associations collide and cruise with each other, and when the crash generated in the right circumstances, there will be life.

More information:

http://www.kuvataiteilijamatrikkeli.fi/fi/taiteilijat/2370

http://www.arslibera.com/taiteilija/karkkainen-reijo

http://www.tabulaland.com/taiteilijat/reijo-karkkainen/

Emotional Circus | Kunstverein Viernheim, Strümpfe Mannheim
2.9.–15.10.2016

Ausstellungsorte:

Toolbox exhibition in South Germany |

  • Kunstverein Viernheim Hügelstraße 24, 68519 Viernheim
  • Kunsthaus Viernheim Rathausstr. 36, 68519 Viernheim
  • Strümpfe Mannheim Jungbuschstraße 3, 68159 Mannheim

Ein Kooperationsprojekt des Kunstvereins Viernheim mit Strümpfe Mannheim und Toolbox Berlin


Kunstverein Viernheim, Kunsthaus Viernheim
9. 9.–15. 10. 2016
Vernissage: 9. 9. 2016, 19 Uhr im Kunsthaus
Begrüßung: Dr. Laura Hirvi, Finnland-Institut Berlin
Öffnungszeiten
Do+Fr 15–18 Uhr und Sa 10–13 Uhr sowie nach Vereinbarung

www.kunstverein-viernheim.de


2. 9.–23. 9. 2016
Strümpfe Mannheim
Vernissage: 2.+3.9. 2016 ab 20 Uhr
Öffnungszeiten nach Vereinbarung

www.struempfe-jungbusch.de


Toolbox Artist Group Finland Berlin

Maija Helasvuo, Installation | Sampsa Indrén, Zeichnung
Minna Jatkola, Malerei | Mika Karhu, Video, Zeichnung
Niina Räty, Malerei | Juha Sääski, Malerei
Matti Vainio, Zeichnung | Andreas Wolf, Malerei


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Emotional Circus

von Anna E. Wilkens

Der Diskurs um die Emotionen ist nicht neu; im Zuge gesellschaftlicher Modernisierungsprozesse beginnt das Reden über Gefühle in der Aufklärung um 1750 mit der „Empfindsamkeit“. Gefühle blieben seither Thema besonders in ästhetischer Theorie und in der im 19. Jahrhundert neu entstehenden Psychologie. Einen bemerkenswerten Aufschwung jedoch nahm die Aufmerksamkeit für Gefühle seit der Jahrtausendwende – eine Reihe neuer Sonderforschungsbereiche wurde in den Kulturwissenschaften, in Psychologie und Neurowissenschaften eingerichtet und man spricht sogar schon von einem Emotional Turn – vielleicht vorbereitet seit der 68er Wende im Zuge von Ganzheitlichkeitsdiskursen; seither gibt es vielfältige Argumentationen wider die alte Dichotomie von Ratio (positiv bewertet) mit ihrem angeblichen Gegenteil, der Emotio (negativ bewertet). Die Vernunft galt als zivilisiert und der Kultur zugehörig, das Gefühl als irrational und „natürlich“.

Bedeutet nun das vermehrte (wissenschaftliche) Reden über Emotionen auch eine Zunahme von Gefühlen? Höchstwahrscheinlich nicht. Und ebenso wenig ist es ein Indiz für eine „Befreiung“ der Gefühle – dass Gefühlsäußerungen (außer im Privaten) etwa zunähmen oder salonfähig würden. Man kann sogar, Foucaults Argumentation in Sexualität und Wahrheit folgend, die These aufstellen, dass die Sichtbarmachung der Gefühle im Diskurs eher zur noch stärkeren Beherrschung von Gefühlen beiträgt, indem der Diskurs immer auch normativ ist. Ein Indiz für die Präsenz eines Diskurses kann die Anzahl der Publikationen zu einem Thema sein: Im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek (zum Beispiel) findet man tatsächlich eine Reihe von neuen Titeln zum Thema „Emotion“; es sollte jedoch zu denken geben, dass ein sehr großer Teil davon gar nicht in Kulturwissenschaften, Psychologie oder Neurowissenschaften erschienen ist, sondern in der BWL: Marketing einerseits und Personalführung andererseits. Dass wir alle von der Werbung zum Konsum bewegt werden (sollen), wissen wir; und Emotionale Intelligenz gehört heute zur Ausstattung einer vollwertigen Arbeitskraft. Und die Ratgeberliteratur seit den 70er-Jahren etwa hilft uns nicht nur bei der „Selbstfindung“ und Entdeckung unserer eigenen Gefühle, sondern sie legt implizite Normen fest, nach denen wir beispielsweise immerzu glücklich sein sollen und in Beziehungen auf jeden Fall erfüllte Liebe finden. Etwas zu erkennen, es präzise und differenziert erfassen zu können, führt immer auch zu größerer Beherrschbarkeit, ermöglicht Kontrolle. Der Prozess der Zivilisation (Elias), in dem der Fremdzwang zum Selbstzwang wird, wird fortgeschrieben.

Wirklich neu am zeitgenössischen Emotionsdiskurs seit etwa 2000 ist, dass auch in wissenschaftlichen Forschungen nun davon ausgegangen wird, dass menschliches Leben stets ein Zusammenspiel zwischen Denken und Fühlen sei; das Fühlen informiert das Denken und das Denken beeinflusst das Fühlen. Und das gilt im Bereich des privaten, individuellen Gefühls und Denkens als auch in größeren gesellschaftlichen Zusammenhängen (öffentlich); Emotionen werden von gesellschaftlichen Strömungen geprägt, sie sind folglich mindestens partiell historisch und nicht überzeitlich (das bedeutet auch, dass es Emotions-Moden gibt), und umgekehrt bestimmen die Gefühle ihrerseits gesellschaftliche Entwicklungen mit. Das impliziert auch, dass ein Wandel stattgefunden hat in der Wahrnehmung von Emotionen, die nicht länger als nur passiv (Passion), also erlitten und als Reaktion auf Umweltreize angesehen werden, sondern ihrerseits – aktiv – ihre Umwelt bestimmen oder jedenfalls beeinflussen.

Der Bereich der Kunst nun gilt seit ihrer Autonomisierung als eine Art Freiraum, in dem Elemente menschlichen Lebens sowohl thematisiert als auch ausgelebt werden können, die sonst unsagbar sind, entweder, weil sie tabu, oder aber, weil sie (noch) nicht wissenschaftlich erfassbar sind.

Die Künstlerinnen und Künstler der TOOLBOX zeigen in Viernheim unterschiedliche künstlerische Positionen zum Thema Gefühle: Die Werke beschäftigen sich mit Gefühlen im Schaffensprozess; mit Gefühlen, die als potenziell zerstörerische Unterströmung nicht zuletzt von Machtverhältnissen und Politik hervorgerufen werden; mit dem Sinnlichen von Kunstwerken; und auch damit, wie Medien und Werbung mithilfe psychologischer Erkenntnisse bestimmte Emotionen in ihrem Publikum hervorrufen.


Emotional Circus

Anna E. Wilkens

Talk about emotions isn’t new; in modern age Europe the discourse on feeling has its origin in philosophical and literary ‘Sentimentalism’ during the Age of Enlightenment, around 1750. Since then, emotions have constantly been a popular topic, especially in aesthtic theory and psychology, as a new discipline of the 19th century, though there has been a remarkable increase in attention to emotions in early 21st century. A number of special research facilities focussing on the study of emotions, mainly in Cultural Studies, Psychology and Neuroscience, have been established since the turn of the century, and the term emotional turn has been coined. Maybe this new attention to emotions has its roots in the seventies with the shift towards more universal and holistic approaches to the interpretation of society.
Nowadays we find a lot of arguments to dissolve the classical dichotomy of reason (with a positive connotation) vs. emotion (negative). Reason was deemed civilised and an aspect of culture; emotion on the other hand was conceived as irrational and belonging to nature.
Now, does the broadening of (academic) discourse on emotions mean that we actually feel more? Or are emotional outbreaks in public more acceptable than before? Probably not.

Following Foucault’s reasoning in The History of Sexuality, we could argue that the increase in talk about emotions doesn’t indicate any kind of liberation of feeling, but, on the contrary, that greater attention to the discourse on emotions engenders an enforcement of control of emotions, in that any discourse is, among other things, always also normative and an instance of regulation or even domination.
As evidence for its importance in contemporary thought the number of publications on the topic can be taken: In the catalogue of the German National Library for example we find a myriad of titles about emotions; but it is quite sobering that very many of these books on ‘emotion’ aren’t published in Cultural Studies, Psychology or Neurosciences, but in Business Theory: Marketing and Personnel Management. It is a well known fact that we all are (supposed to be) manipulated by advertising, and today emotional intelligence is something every employee should bring to the workplace.

And self-help literature doesn’t only helps us ‘find ourselves’ and ‘discover our emotions’ but also installs a set of implicit norms, according to which we are supposed to be constantly happy, and in intimate relationships by all means be fulfilled through love.
Awareness and knowledge about something always facilitates greater manageability, increases control. The Process of Civilisation (Elias), the transformation of external constraints into self-constraintsort, continues.

The novelty in contemporary discourse on emotions is the consideration even in scientific and scholarly research that human life always is an interplay of thought and emotion; feeling informs thinking, and reason influences emotions – in private, individual thought and emotion as well as in broader societal contexts (public); emotions are shaped by publicly discussed ideas, which means that they are at least partially historical and therefore subject to modification (from this follows that there must be fashions of emotion), on the other hand, feelings are important in shaping political and social change.
All of this implies that there must have taken place a change in the perception of emotions, which nor longer are conceived as passive, something which is endured, suffered and a reaction to external stimuli, but as active, in so far as they inform and influence life in the world.

Art is deemed to be free and is considered to be a kind of residual of liberties, a space in which you can speak of aspects of human life that are usually not spoken of and act out emotions that might be taboo otherwise, or there can be talk about phenomena that haven’t (yet) found a scientific explanation.
The artworks in the exhibition show various approaches to the topic of emotions: one’s own emotions in the process of creating an artwork; potentially disruptive subcurrents, last but not least engendered by hegemonial forces and politics; the sensual aspects of artworks; and also, how media and advertising strive to evoke certain emotions in their target groups through psychological tools.


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artwork nears

Menagerie | 29.4.–20.5.2016

Menagerie – Tiere im Zoo der Kunst | Animals in the Art Zoo |


Text in English
Quotes from Artists | Zitate

 

Dear friends and artists,
we would like to invite you to the Finissage of our exhibition

Menagerie – Animals in the Art Zoo

Friday, May 20th

Toolbox and madeinwedding are showing two parts of the exhibition.

  • madeinwedding is open from 2–6 pm
  • Toolbox is open from 2 pm–open end

If you want to see the whole exhibition you can do so between 2–6 pm.

At 7 pm small buffet (food) from Mr. Ira Schneider and drinks will be served.


Toolbox – Finnisch-Deutscher Projektraum, Koloniestraße 120
in Kooperation mit Madeinwedding

Vernissage: Freitag 29. April um 19 Uhr, Performance: Tintin Patrone
Öffnungszeiten Kolonie-Wochenende: So. 1. Mai von 14–18 Uhr
Ausstellungsdauer: 29. April bis 20. Mai 2016 | Öffnungszeiten Mo–Fr 14–18 Uhr
kuratiert von Anna E. Wilkens und Andreas Wolf mit Support von Karen Koltermann
An Feiertagen ist die Toolbox geschlossen
Finissage: 20.5.2016 | 14-17.30 Uhr in madeinwedding und in Toolbox, ab 17:30 in Toolbox

Die Werke der Ausstellung thematisieren verschiedenste Beziehungen zwischen Tieren, darunter auch menschliche Tiere.


Menagerie

Text: Anna E. Wilkens

„Menagerien“ waren höfische Tierparks (ca. 16.–18. Jh.), in denen Tiere aufgrund ihres Exotismus – analog den Kuriositätenkabinetts – gesammelt und „ausgestellt“ wurden. Sie gelten als Vorläufer des Zoos, dessen Erscheinen und Einrichtung auf zoologischen Taxonomien beruht, die im 18. Jahrhundert entwickelt wurden. Diese zoologischen Klassifizierungssysteme gehören zum modernen naturwissenschaftlichen Paradigma: Zoos sind ihrer Anlage nach in die Moderne gehörig, Menagerien sind vormodern.

Bis heute hat das Wort „Menagerie“ eine Bedeutungsverschiebung erfahren und meint eine ungeordnete Ansammlung, meist von Menschen, das Beispiel im Duden-online lautet „in übertragener Bedeutung: eine ganze Menagerie (scherzhaft; Ansammlung) von Künstlern war zugegen“.

Der Ausstellungstitel meint zum einen, dass die Ausstellung durch sowohl kuratorisches Konzept als auch Zufall entstanden ist – Ordnung/Intentionalität und Unordnung/Serendipity; zum anderen ist er als emphatischer Hinweis auf Historizität zu verstehen: die verschiedenen historischen Phasen im abendländischen menschlichen Diskurs über Tiere, besonders seit Beginn der Neuzeit.

Human Animal Studies: Animal Turn

Eine zunehmende Radikalisierung der Reflexion über die eigenen Vorannahmen, Vorurteile, den eigenen historischen Standpunkt zeichnet das (kulturwissenschaftliche) Reden über Tiere in den letzten etwa vier Jahrzehnten aus, noch verstärkt seit der Jahrtausendwende. Vorsichtig kann hier von einem Paradigmenwechsel (im Sinne Kuhns) gesprochen werden, eine Veränderung, die über einen „turn“ hinausgeht, der als ein Perspektivenwechsel innerhalb einer Disziplin bei gleichzeitiger Vernetzung mit anderen Disziplinen verstanden wird. Der Animal Turn (Harriet Ritvo) ist einer in einer ganzen Reihe von anderen zeitgenössischen Turns (cultural, spatial, corporeal, emotional, material, pictorial etc.). All diesen Turns gemein ist, so die These, dass ihre Grundlage die Loslösung von dem seit Descartes vorherrschenden erkenntnistheoretischen Paradigma ist, das auf Dichotomien beruht: res cogitans und res extensa, Geist und Körper, daran anhängend Kultur und Natur, Mensch und Tier, Mann und Frau, „und die entsprechend analogisch konstruierte Nähe von Kultur/Mensch/Mann versus Natur/Tier/Frau“, die „noch immer nicht vollends suspendiert“ ist (Carola Sachse).

Pluralität – Relationalität

Das neue Paradigma gründet in der Auffassung, dass Entitäten, welcher Art auch immer, nicht ohne ihre Beziehungen existieren. So bemerkt, zum Beispiel, Hannah Arendt, dass die Welt das „Zwischen“ sei und dass Menschen stets und immer schon im Plural existieren – und nicht, wie bei den deutschen Idealisten, als vervielfältigtes, immer gleich funktionierendes Subjekt. Eine solche Auffassung findet sich auch in der Transzendental- und Universalpragmatik (Habermas) sowie zeitgenössisch in Praxeologie, Actor Network Theory und Relationismus.

Agency: Tiere als Handelnde

Im Zuge der Betonung von Beziehungshaftigkeit allen Seins wird neuerdings Handlungsfähigkeit auch solchen Entitäten zuerkannt, die bisher stets als passive Objekte angesehen wurden: Tiere. Möglich ist das durch die Entkoppelung von Intentionalität und Handlungsfähigkeit, das heißt, man muss die Handlung nicht bewusst beabsichtigen, damit sie innerhalb einer Interaktion eine ist. Tiere sind zur Agency fähig, und in dieser haben verschiedenste Tiere die vielfältigsten Beziehungen zu Menschen. Oder: menschliche und andere Tiere interagieren miteinander.

Im überkommenen Weltbild war zunächst „der Mensch“ (im Singular, weil alle Exemplare als prinzipiell gleich gedacht wurden), dann hat „er“ (auf jeden Fall ist der exemplarische Mensch männlichen Geschlechts) Tiere domestiziert und sich die Welt untertan gemacht.

Dagegen setzt die Re-Interpretation historischer Mensch-Tier-Beziehungen mit der Menschwerdung an, indem zum Beispiel nicht mehr von der Domestizierung von Wölfen (die dann Hunde wurden) gesprochen wird, sondern von Allianzen zwischen Wölfen und Menschen, die entscheidend sind in der Menschwerdung, ohne die sie nicht oder ganz anders stattgefunden hätte. Das Gleiche gilt für Hunde, die ohne ihre Kooperation mit Menschen nicht wären oder ganz anders wären.

“Beings do not preexist their relatings.” (Donna Haraway)

Verschiedene mögliche Beziehungen zwischen Menschen und anderen Tieren sind Grundlage für die Gruppierungen der Werke in „Gehege“ im Ausstellungszoo:
Gehege der Freundschaften; Gehege der zufälligen Begegnungen; Hommage an eine Tiergattung; Taxonomien; Verwandtschafts-Haus; Identifikation von Menschen mit Tieren; Gehege der Präparation; Gehege der Jagd von Menschen auf andere Tiere; Tiere als Form (Selbstreflexion der Kunst); Traumhafte Begegnungen (Aufhebung der Hierarchie zwischen Menschen und anderen Tieren).
Ein paar Tiere haben ihre Gehege verlassen oder laufen als Wildtiere im Zoo herum.


Künstlerinnen und Künstler:

Aleksandar Jestrović,  Berlin (Malerei)
Alexander Horn, Mannheim (Malerei)
Archi Galentz, Berlin (Zeichnung)
Buffy Klama Berlin (Zeichnung)
Carolina Brack, Berlin (Cutout)
Catherine Bourdon, Berlin (Malerei)
Christof Zwiener, Berlin (Video)
Dunja Hamdorf, Hamburg (Zeichnung)
Eike Laeuen, Berlin (Fotografie)
Erik Weiser, Leipzig (Skulptur)
Hannah Dougherty, Berlin (Zeichnung)
Heikki Länkinen, Finnland (Malerei)
Henrik Jacob, Berlin (Knete)
Ilia Kitup, Berlin (Zeichnung)
Ina Sangenstedt, Berlin (Skulptur)
Mr. Ira Schneider, Berlin (Video, Fotografie)
Jakob Roepke, Berlin (Malerei)
Johanna Lonka, Tampere FI (Installation)
Joseph Heeg, Mannheim (Malerei)
Jovan Balov, Berlin (Zeichnung, Foto)
Kaisu Koivisto, Helsinki (Skulptur)
Karen Koltermann, Berlin (Malerei, Video)
Katia Kelm Berlin, (Malerei, Installation)
Konstantin Voit, Mannheim (Malerei)
Laura Kärki, Helsinki (Skulptur)
Liisa Kanerva, Helsinki (Malerei)
Magdalena, Åberg Helsinki (Malerei)
Mika Karhu, Hyvinkää, FI (Zeichnung)
Nina Lassila, Belgien / Berlin (Video)
Otgonbayar Ershuu, Berlin (Malerei)
Reiner Maria Matysik, Berlin (Video, Aktion)
Ricarda Wallhäuser, Berlin (Collage)
Saana Inari, Berlin (Video)
Sampsa Indrén (Painting)
Sanni Seppä, Finnland (Zeichnung)
Sennf Berlin, (Mixed Media)
Skadi Engeln, Berlin (Druckgrafik)
Susanne Schirdewahn, Berlin (Skulptur)
Tanja Vetter, Mannheim (Malerei)
The Niñxs (Helena Hernández &
Rafael Koller), Berlin/Luzern (Zeichnung)
Tintin Patrone, Hamburg (Performance)
Veronika Witte, Berlin (Video)


Menagerie – Animals in the Art Zoo

Exhibition April 29—May 20, 2016

Finissage: 20.5. 2016 | 14-17.30 Uhr in both spaces, later only in Toolbox

Toolbox – Finnish-German Art Space, Koloniestraße 120, 13359 Berlin/Germany
On Bank Holidays Toolbox is closed

Curators: Anna E. Wilkens and Andreas Wolf with support from Karen Koltermann

In the exhibition, 43 artists take a variety of relations between animals, humans among them, into focus. These relations are, for example, love, prey, chance encounters, genetic hybridisation, classifying in zoological taxonomies, identifying, comparison (anthropomorphisms) and mystification.

Photos from the Opening

Menagerie

Text: Anna E. Wilkens

‘Menageries’ – courtly collections of animals (16th to 18th century), similar to Cabinets of Curiosity, in which animals were ‘displayed’ for reasons of being ‘exotic’ – are precursors to the modern zoo. The zoo, developed in the 19th century, relies on taxonomies that stem from the 18th century. These taxonomies are part of the modern scientific paradigm: zoos belong to modernity; menageries are pre-modern.

To the present day, the word ‘menagerie’ in German has undergone a shift of meaning, nowadays it signifies (in figurative use) a random and unsystematic collection of items or people. The example in the online edition of Duden, the German spelling authority for this usage is: ‘a whole menagerie of artists was present’.

The exhibition’s title points to the process of assembling the works: between curatorial concept and serendipity, and it furthermore emphatically stresses historicity: different historical stages in occidental human discourse on animals, especially post-medieval.

Human Animal Studies: Animal Turn

Reflection on prejudices and assumptions pertaining to one’s own historical standpoint have increased considerably in contemporary (cultural studies) discourse on animals in the last four decades, and even more so since the beginning of the 21st century.

Tentatively this can even be called a paradigm shift (according to Kuhn), a change in thought that goes beyond a turn; a turn being understood as a change of perspective in one academic discipline, while at the same time broadening the scope through working interdisciplinary. The Animal Turn is one in a whole menagerie of turns (linguistic, cultural, spatial, corporeal, emotional, material, iconic etc.). All of these share the common trait of liberating thought from the Cartesian epistemological paradigm that is based on dichotomies: res cogitans and res extensa, spirit and body, and based on this primary dichotomy there are culture and nature, human and animal, man and woman, and the analogously construed proximity of ‘culture/human/male versus nature/animal/woman, which still hasn’t been overcome completely’ (Carola Sachse).

Plurality – Relationality

The new paradigm holds that entities, of any kind, ‘do not pre-exist their relatings’ (Donna Haraway). For example Hannah Arendt states that the world we inhabit is in the ‘between’, that which exists between people (for Arendt always people, not animals), and that humans always and from the beginning have existed in the plural, as more than one – contrary to German philosophical Idealism, according to which each and every subject is basically the same (all individuals ‘function’ in the same way and therefore don’t exist in plurality, only in the plural).

The notion of world as plurality we find for example in Universal Pragmatism (Habermas), in Praxeology, Actor Network Theory and Relationalism. We are what we are in and through our relations with each other, animals included.

Agency: Animals as Acting Entities

Humans, in the course of emphasising relations as the cornerstone of all existence, recently began to acknowledge agency in beings formerly perceived as things or thing-like objects, not capable of acting. The possibility of perceiving animals as acting beings relies on a changed concept of action: action is no longer seen as being necessarily linked to intention, nor having an intention as prerequisite. Actions do not have to be conscious and purposeful to be called actions. So we can conceive of interactions as actions without these actions mandatorily being intentional. Animals are capable of agency and they have a whole lot of different relationships with humans (human animals). Or: humans and other animals interact.

In the traditional world view, first there was man (definitely in the singular, one man, since all specimen are basically the same), than ‘he’ (the exemplary human is always male) domesticated animals and subdued the world.

Contrary to this notion, the re-interpretation of historical relations between humans and other animals begins at the beginning of humanity; for example, dogs are no longer perceived as domesticated wolfs, but wolfs and early humans shaped alliances, cooperating in ways that were of fundamental importance for homo becoming human and wolf becoming dog. Without each other, they wouldn’t be what they are or they wouldn’t even be at all.

The works in the exhibition-zoo are grouped according to those relations of humans and other animals that we can see in them. The assemblages of works are called “compounds”, “enclosures”, “houses” etc., like in a zoo. There are of course more possible relations than are shown in the exhibition.
Compound of Friendship; Compound of Chance Encounters; Homage to a Species; Compound of Taxonomies; House of Relatives; Enclosure of Identification of Humans with Other Animals; Cage of Preparation; Enclosure of Humans Hunting other Animals; Compound of Animals as Shapes in Art; Dreamlike Encounters/Suspension of Hierarchies between Humans and Other Animals.
Some animals have left their compounds or are running around the zoo as strays or wild animals.


Aleksandar Jestrović Berlin (Painting)
Alexander Horn Mannheim (Painting)
Archi Galentz Berlin (Drawing)
Buffy Klama Berlin (Drawing)
Carolina Brack Berlin (Cutout)
Catherine Bourdon Berlin (Painting)
Christof Zwiener Berlin (Video)
Dunja Hamdorf Hamburg (Drawing)
Eike Laeuen Berlin (Photography)
Erik Weiser Leipzig (Sculpture)
Hannah Dougherty, Berlin (Drawing)
Heikki Länkinen, Finland (Painting)
Henrik Jacob, Berlin (Play Dough)
Ilia Kitup Berlin, (Drawing)
Ina Sangenstedt, Berlin (Sculpture)
Mr. Ira Schneider, Berlin (Video, Photography)
Jakob Roepke, Berlin (Painting)
Johanna Lonka, Tampere FI (Installation)
Joseph Heeg, Mannheim (Painting)
Jovan Balov, Berlin (Drawing, Photography)
Kaisu Koivisto, Helsinki (Sculpture)
Karen Koltermann, Berlin (Painting, Video)
Katia Kelm Berlin, (Sculpture, Painting)
Konstantin Voit, Mannheim (Painting)
Laura Kärki, Helsinki (Sculpture)
Liisa Kanerva, Helsinki (Painting)
Magdalena Åberg, Helsinki (Painting)
Mika Karhu, Hyvinkää, FI (Drawing)
Nina Lassila, Belgien / Berlin (Video)
Otgonbayar Ershuu, Berlin (Painting)
Reiner Maria Matysik Berlin (Video, Action Art)
Ricarda Wallhäuser Berlin (Collage)
Saana Inari Berlin (Video)
Sampsa Indrén (Painting)
Sanni Seppä Finland (Drawing)
Sennf Berlin (Mixed Media)
Skadi Engeln Berlin (Print)
Susanne Schirdewahn Berlin (Sculpture)
Tanja Vetter Mannheim (Painting)
The Niñxs (Helena Hernández &
Rafael Koller) Berlin/Lucerne (Drawing)
Tintin Patrone Hamburg (Performance)
Veronika Witte Berlin (Video)


Quotes from Artists | Zitate

Menschliche Porträts werfen immer auch Fragen nach der Person auf. „Wer ist diese Kröte genau und in welcher Beziehung stehen Sie zu Ihr?“ werde ich dagegen nur selten gefragt.

The deer has references to cute, big headed figures such as a Bambi. But on the other hand I want to confront the docile figure with the steel structure, which refers to machines and technology.

Ein erfreuliches Zeichen von Zivilisation sind Möwen wohl dann, wenn man in der Weite des Meeres in Seenot geraten ist. Bei ihrem Erscheinen kann man auf die Nähe eines Schiffes oder der Küste hoffen.

Warum diese Tiere? Weil sie gebündelt in einem gut postkartengroßen Schablonenheftchen aus den USA versammelt sind, zum Thema Reptilien.

Chester hatte ein Fell so schwarz wie die Nacht und einen Kopf, der war so breit, dass man ihn für einen Rammbock in Dackel-Gestalt halten konnte. Er hatte weder Manieren noch Freunde und verbrachte seine Tage dösend im Körbchen, das er nur verließ, um dann mit seinem irrsinnig breiten Schädel und mit Karacho einen seiner Hundekollegen umzuhauen.

In ihrer magischen Realität ist dieses Mischwesen aus Mensch und Tier die alles bestimmende Figur. Unter ihren Augen steigen Kugeln aus dem Wasser und Gewehre versinken darin.

Das Meerschweinchen hat weder etwas mit dem Meer zu tun, noch ist es mit dem Schwein verwandt. Eher unförmig und wenig elegant, hat es den einzigen Vorteil, wenn man den kulinarischen ausnimmt, als niedlich zu gelten und die volle Aufmerksamkeit von vorpubertierenden Mädchen für sich zu gewinnen.

Four bears are having a good time and drinking beer. It is a night when one of the bears is celebrating the birth of his child. The bear is like a totem animal for me. It is a very mythical animal here in Finland. There is also a very old myth of a woman and a bear having a love affair.

The motif (animal) in the picture is a small bird I found dead in my front yard. Probably killed by our cat.

Tiere und Menschen durchspielen als Protagonisten der fiktiven Szenenbilder psychische Realitäten und Einstellungen (attitudes) zur Wirklichkeit. Die Tiere sind dabei Verkörperungen von Affekten, sind rätselhafte Totems, erhabene Archetypen, deplazierte Störer und animalische Wiedergänger.

And if we aren’t eating it – then our pets are. Meat. Organized. Monetized. Industrialized.

In Verbindung mit Autos sind Insekten vor allem eines: lästig.

Max war mein Begleiter, mein Trabant und meine Muse. Er drang in meine Bilderwelt ein, auch in die Malerei und die Zeichnung. Durch ihn wusste ich: Alles ist Natur.

Wie schauen Affen fern? Welche Sendungen bevorzugen sie? Und wer bestimmt, was läuft? Solche Fragen mochte der Stuttgarter Zoo jetzt mit einer Forschungsreihe klären.

1977, I was in Kenya at the Masai Mara enormous animal free roaming preserve. On my way there at night I spotted an animal ahead in my headlights and quickly took a picture of this cheetah/Gepard. I continued on to my first night at the camping centre. Sleeping in a tent was difficult. I kept hearing lions roar behind it, nearby.
It was only in the light of morning that I saw that a large metal chain fence surrounded the entire camp.

I’d like to sing you a lullaby
about hedgehog
anteater and crayfish
and share my life with you
but you know I am just a dreamer

basically a small good-humored sculpture with big eyes, but the truth is that it has a high risk becoming extinct in the near future.

I was stressed and was told that I need to let go of control and swim around playfully, get my fish as the otter. The dove told me to slow down, pause and breathe – which felt quite stressful.

die einzigen tiere, die keine tiere sind, sind affen. und menschen sind keine menschen sondern tiere.

Die Wertfreiheit in ihrer Beobachtung ignoriert wiederkäuend meine Bemühungen, etwas besonders Anspruchvolles zu vollbringen und wirft mich immer wieder auf das zurück was ist: Die Kuh, die Landschaft und ich.

Der Kopf ist für mich ein Sinnbild für den Aufbruch geworden und: er sieht nach all den Jahren immer noch gut aus. Der Staub der Zeit wäre in den Wäldern Finnlands natürlich weniger haften geblieben. So hängt er hier in Berlin rum und beobachtet die Lage.

We let us surprise ourselves by the vastness of the world we live in. Birds and house pets are a dichotomy of our clashing dialogues.

An individual sparrow may appear beautiful but having tens of them may give you quite a contrary impression.


Photo bear: Mr. Ira Schneider

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Artweek 2015 |
Contemporary Video Art from Finland |
Sampsa Indrén

At Berlin Artweek 2015 Toolbox  is open from 17th–20th of September 2–6 p. M.


 

Contemporary Video Art from Finland

(7 Videos von 5 KünstlerInnen)

und Ausstellung:

Sampsa Indrén: Draw ’em Dead (Drawings) more Infos

17.–20. September 2015

Öffnungszeiten | Open: 14:00–18:00 Uhr und zusätzlich nach telefonischer Anmeldung; Tel: 0176 / 81 82 60 30

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Videoscreen

Videostill: Minna Suoniemi | Punahilkka ja susi / Little Red Riding Hood and Wolf, HD Video, 1’30”, 2012

Im Rahmen der Artweek zeigt TOOLBOX sechs Videos von fünf Künstlerinnen und Künstlern aus Finnland, kuratiert von den Mitgliedern der Toolbox:

Tommi Juutilainen – Åboa Whisper, 06:30 min (2012). Eine Animation über Entropie aus 500 Zeichnungen, in der die Kathedrale von Turku in unterschiedlichen Stadien der Auflösung erscheint

Teemu Lehmusruusu – A Declaration of Love II, 8:30 min (2012)

Helinä Hukkataival – Blackpainting, 02:54 min (2007) und Styrox Express II, 04:47 min (2014). Auf eine Glasscheibe malt eine Frau mit schwarzer Farbe, die aus ihrem Mund kommt. – Ein Berg von Styropor wird auf dem Gepäckträger eines Fahrrads von einem Einrichtungshaus zu einer Kunst-Galerie gefahren.

Minna Suoniemi – Punahilkka ja susi [Rotkäppchen und der Wolf], 1:30 min (2012)
Ein kleines Mädchen ist gleichzeitig Rotkäppchen und der Wolf.

Reima Hirvonen  – December 7th 2013

Gleichzeitig ist die verlängerte Ausstellung der Bilder von Sampsa Indrén zu sehen, „Draw ’em Dead“ (mixed media; Grafik, Aquarell, Druck), deren Sujet tote (kleine, heimische) Tiere sind, Eichhörnchen, Krähen, Ratten, Rotkehlchen. In Anlehnung an die Stillleben mit toten Tieren der Malerei des 17. und 18. Jahrhunderts, dort in der Regel Tiere als Jagdbeute, zeichnet Indrén zeitgenössisches Roadkill. Indréns Tiere transzendieren gleichsam das Makabre durch ihre außerordentliche Anmut, und die Bilder wirken poetisch in ihrem ironischen Gestus. „Es liegt etwas Tröstliches in dem Gedanken, dass alles irgendwann zu Ende geht“, wie der Künstler selbst sagt.

 

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Draw ’em Dead
31.7.–22.8.2015 and 17.–20.9. (Artweek)

Sampsa Indrén


Vernissage am 31.7.2015 um 19 Uhr / Opening on 31.7.2015 at 7 pm

Herzlich Willkommen / Welcome

TOOLBOX – Finnish Art Space
Koloniestraße 120  |  13359 Berlin Wedding  |  U-Bahn Osloer Straße

Öffnungszeiten | Opening-times:

  • Di–Sa/ Tue–Sa: 14–18 Uhr

sampsaindren.wordpress.com

Welcome!

Draw ’em Dead by Sampsa Indrén is the Finnish artist’s first solo exhibition in Berlin. The artist himself describes the background of his work: “My pieces are lyrically graphical studies about the perishability of everything and the merciless cycle of nature. Death is a foundation for growth where everything new, vital and beautiful flourishes.” Indrén’s works include realistically depicted birds and other animals, which contrasts with the expressiveness and variability of his drawing style. He talks about the background of his pieces: “The pieces in the series are bird themed allegories which, with a Nordic respect and Slavic poeticality, address the Scandinavian experience of nature, characterised by melancholy.”

The history of still life art and modern art’s different languages and contexts meet in the artist’s work. Depicting dead things in a lively way is one of the central themes of western visual arts, and in the context of modern art, it is drawing that has lately received the attention it deserves. The artist himself states: “The empty space of my works symbolises the spaciousness of death that awaits us all, unknown. My neurotically meticulous line strives to fill this white endlessness, when my own fear of death is presented in a visual form.”

In drawing, observation and creating the picture link together and show just how versatile and complex the birth process of artwork is and how many perspectives it opens up on the artist, the essence of the world, and the reactions of the viewers. Indrén relies on figurative art and explains what realism means to him: “As an artist I aim at exhibiting the kind of skill that captures the viewer by the piece and offers an opportunity for tranquillity and one’s own interpretation.”

With Indrén, there is no reason to understate the meaning of technical skills. Likeness, liveliness, trompe l’oeil are all apt characterisations when it comes to his work. The likeness stops us and we drift into his fantasies through the sense of reality, also enticed and supported by it. The atmospheres in his work range from elegiac to grotesque, melancholic to comical. He tells his viewers how a carcass can be beautiful and how beauty carries signs of death. The world of Sampsa Indrén is praise and celebration of looking at things in detail and experiencing things visually.

Sampsa Indrén (born in 1975) is an artist from Porvoo. He graduated in 2012 as a Master of Arts from the Aalto University School of Arts, Design and Architecture. Among others, his work can be found in the collections of the State of Finland, the Art Society of Finland and the City Hall of Helsinki, as well as in private collections both in Finland and abroad. Draw ‘em Dead is his 11th solo exhibition. His work is also on display in the collective exhibition Kuvan täydeltä in the Art Centre Purnu, in Orivesi. Next year his work can be seen for example in the collective exhibition Häpeä in Kerava and Murmansk.

Juha-Heikki Tihinen
PhD, art historian and art critic (AICA)

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Herzlich Willkommen zur Ausstellungseröffnung von Sampsa Indrén
am Freitag, den 31. Juli 2015
um 19:00 Uhr in der TOOLBOX, Finnischer Kunstraum Berlin

Toolbox: Sampsa Indré | Draw ’em Dead

Sampsa Indréns Draw ’em Dead ist die erste Einzelausstellung des finnischen Künstlers in Berlin. Der Künstler selbst beschreibt die Hintergründe seiner Werke folgendermaßen: „Meine Werke sind lyrisch-grafische Studien der alles umfassenden Vergänglichkeit und des gnadenlosen Kreislaufes der Natur. Der Tod dient als Nährboden, auf dem das Neue, Vitale und Schöne blüht.“ Die Werke Indréns zeigen realistisch dargestellte Vögel und andere Tiere: „Die Werke der Serie sind Vögel thematisierende Allegorien, in denen mit nordischer Pietät und slavischer Poesie eine skandinavische, durch Melancholie geprägte Naturerfahrung behandelt wird“, so Indrén.

In den Werken des Künstlers kreuzen sich die unterschiedlichen Sprachen und Kontexte der Geschichte des Stilllebens und der zeitgenössischen Kunst. Tote Objekte lebendig darzustellen ist eines der zentralen Themen in der westlichen bildenden Kunst, das Zeichnen wiederum hat im Kontext der zeitgenössischen Kunst der letzten Zeit die ihm gebührende Aufmerksamkeit erlangt. Der Künstler kommentiert wie folgt: „Der leere Raum in meinen Werken symbolisiert den weiten Raum des Todes, welcher als das Unbekannte auf uns alle wartet. Meine neurotisch-penible Linie versucht diese weiße Unendlichkeit zu füllen, wenn meine eigene Todesangst eine visuelle Form annimmt.“

Beim Zeichnen verschränken sich die Wahrnehmung und das Erstellen des Bildes und erzählen von der Vielschichtigkeit und Komplexität des Entstehungsprozesses der Kunstwerke und davon, wie man durch diesen Prozess viele Einblicke auf das Wesen der Welt, den Schaffenden und die Reaktionen der Betrachter gewinnt.

Indrén vertraut auf das darstellende Werk und beschreibt die Bedeutung des Realismus für sich selbst wie folgt: „Als Bildschaffender versuche ich handwerkliches Können zu zeigen, das den Betrachter vor dem Werk fesselt und ihm die Möglichkeit gibt, inne zu halten und eine eigene Interpretation zu finden.“

Technisches Geschick sollte bei Indrén keinesfalls gering geschätzt werden. Realitätstreue, Lebendigkeit, Trompe l’œil charakterisieren alle treffend sein Werk. Das realistische Aussehen lässt uns stehenbleiben, ein Gefühl der Realität lockt uns an und trägt uns in seine Phantasien. Die Stimmung in seinen Werken wandert vom Elegischen zum Grotesken oder vom Melancholischem zum Komischen. Er erzählt seinen Betrachtern, wie ein Kadaver schön sein kann und wie Schönes die Zeichen des Todes trägt. Sampsa Indréns Welt lobt und zelebriert das genaue Hinsehen und visuelles Erfahren.

Sampsa Indrén, geboren 1975, ist ein bildender Künstler aus Porvoo. Er studierte Bildende Kunst an der Aalto University, Helsinki, und schloss 2012 mit einem Master of Arts ab. Draw ’em Dead ist seine elfte Einzelausstellung.
Werke unter anderem in den Sammlungen des finnischen Staates, des finnischen Kunstvereins, des Rathauses von Helsinki sowie in Privatsammlungen in Finnland und im international.
zurzeit Gemeinschaftsausstellung „Kuvan täydeltä“ in Purnu, Orivesi
2016 unter anderem Gemeinschaftsausstellung „Häpeä“ (Schande) in Kerava und Muurmansk

Juha-Heikki Tihinen
Dr. phil., Kunsthistoriker und -kritiker (AICA)

Eröffnung am 31.7.2015 um 19:00 Uhr
Herzlich Willkommen!

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Tervetuloa Sampsa Indrénin näyttelyavajaisiin
perjantaina, 31. heinäkuuta 2015
klo 19:00 Galerie TOOLBOXissa
Galerie TOOLBOX

Sampsa Indrén: Draw ’em Dead – Galerie TOOLBOX

Sampsa Indrénin Draw ’em Dead on suomalaisen kuvataiteilijan ensimmäinen yksityisnäyttely Berliinissä. Taiteilija kuvaa itse teostensa taustoja seuraavasti: ”Teokseni ovat lyyris-graafisia tutkielmia kaiken katoavuudesta ja luonnon armottomasta kiertokulusta. Kuolema on kasvualusta, jossa uusi, vitaali ja kaunis kukoistaa.” Indrénin teoksissa on nähtävillä realistisesti esitettyjä lintuja ja muita eläimiä, minkä kanssa hänen piirrosjälkensä ekspressiivisyys ja vaihtelevuus kontrastoi. Hän kertoo itse teostensa taustasta seuraavaa: ”Sarjan teokset ovat lintuaiheisia allegorioita, joissa pohjoismaisella pieteetillä ja slaavilaisella runollisuudella käsitellään skandinaavista melankolian sävyttämää luontokokemusta.”

Taiteilijan teoksissa risteävät asetelmataiteen historian ja nykytaiteen erilaiset kielet ja kontekstit. Kuolleiden asioiden kuvaaminen elävästi on länsimaisen kuvataiteen keskeisiä teemoja ja nykytaiteen kontekstissa taas piirtäminen on saanut ansaitsemansa huomion viime aikoina. Taiteilija lausuu itse seuraavasti: ”Teoksieni tyhjä tila symboloi kuoleman avaruutta, joka tuntemattomana odottaa meitä kaikkia. Tätä valkeaa loputtomuutta neuroottisen pikkutarkka viivani pyrkii täyttämään, kun oma kuolemanpelkoni saa visuaalisen muodon.”

Piirtämisessä havaitseminen ja kuvan luominen linkittyvät toisiinsa ja kertovat siitä, miten monipuolinen ja mutkainen taideteosten syntymäprosessi onkaan ja kuinka paljon siinä avautuu näkymiä maailman olemukseen, tekijään ja katsojien reaktioihin. Indrén luottaa esittävään teokseen ja kertoo realismin merkityksestä itselleen seuraavasti: ”Kuvantekijänä pyrin osoittamaan kädentaitoa, joka vangitsee katsojan teoksen ääreen ja antaa mahdollisuuden hiljentymiseen ja omaan tulkintaan.”

Teknisen taidokkuuden merkitystä ei ole syytä vähätellä Indrénin kohdalla. Näköisyys, elävyys, trompe l’œi ovat kaikki osuvia luonnehdintoja hänen teostensa kohdalla. Näköisyys pysäyttää meidät ja kulkeudumme hänen fantasioihinsa todentunnun kautta ja sen houkuttamana ja kannattelemana. Hänen teoksensa liikkuvat tunnelmiltaan elegisestä groteskiin tai melankolisesta koomiseen. Hän kertoo katsojilleen, kuinka raato voi olla kaunis ja kuinka kaunis kantaa kuoleman merkkejä. Sampsa Indrénin maailma on tarkkaan katsomisen ja visuaalisen kokemisen ylistystä ja juhlintaa.

Sampsa Indrén (1975) on porvoolainen kuvataiteilija. Hän valmistui vuonna 2012 Taiteen maisteriksi, Aalto Yliopiston Taiteiden ja Suunnittelun korkeakoulusta. Hänen teoksiaan on muun muassa Suomen valtion, Suomen Taideyhdistyksen, Helsingin kaupungintalon kokoelmissa ja yksityiskokoelmissa Suomessa ja ulkomailla. Draw ’em Dead on hänen yhdestoista yksityisnäyttelynsä. Hänen teoksiaan on näytteillä myös yhteisnäyttelyssä Kuvan täydeltä Purnussa, Orivedellä. Ensi vuonna hänen teoksiaan tullaan näkemään muun muassa yhteisnäyttelyssä Häpeä Keravalla ja Muurmaskissa.

Juha-Heikki Tihinen
FT, taidehistorioitsija, kriitikko (AICA)

Avajaiset 31.7.2015 klo 19:00
Tervetuloa!

transformation

Die Transformation
29.5.–20.6.2015

Matti Vainio

29.5.-20.6.2015

Öffnungszeiten: Die.-Sa. 14-18 Uhr

Vernissage: Fr. 29. 5. 2015 um 17 Uhr

web: www.mattivainio.wordpress.com


English

Die Transformation

Die Ausstellung zeigt ein breites Spektrum meiner neueren Arbeiten; Zeichnungen und Drucke sowie Mischungen aus diesen Techniken.

Meine Arbeiten greifen verschiedene Stile und Traditionen auf. Ich entwickle in ihnen eine eigene Erzählung von meinem persönlichen Standpunkt aus; sie zeigen meine Sicht auf die Welt, auf Dinge und Menschen. Figurative Elemente in meinen Bildern bestehen aus Kombinationen verschiedener Stile. Sie erzeugen einen Raum innerer und äußerer Transformation. Durch solche Transformationen lernen Menschen sich selbst von einer neuen Seite kennen und integrieren diese neuen Ideen und Erkenntnisse in ihr Leben. In der inneren Transformation vereinen sich Aufmerksamkeit und unterschwellige Machtkämpfe, die ich zu verstehen und in meinen Arbeiten darzustellen versuche, indem ich dem stillen Wissen zuhöre. Die Arbeiten sind als ein Zeichen für jenen Punkt aufzufassen, an dem meine persönliche Erfahrung der sozialen Wirklichkeit mit der allgemeinen, überindividuellen zusammenfällt und auseinanderläuft.

Außer mit der Darstellung von Transformation in Metaphern beschäftige ich mich mit kulturellen Codes von Identität, Sexualität, Dekonstruktion und Hoffnung.

Einige der gezeigten Werke sind ihrer Natur nach mehrteilig. Diese Vielteiler bestehen aus kleinen Fragmenten, die verschiedene Weltsichten zeigen, in denen der Mensch und die Gesellschaft zusammen eine mosaikartige temporale Karte bilden, in der jedes Einzelelement von Bedeutung ist. Diese Karte verbindet Augenblicke des alltäglichen Lebens von Menschen und baut sie neu zusammen, sie greift Wissenspartikel und Gefühle auf, die sich im Leben ansammeln.


Transformation

The exhibition is a broad presentation of my recent drawings and prints, as well as combinations of these media.

My artworks combine styles and traditions, creating a narration from my point of view and the way I handle world phenomena and humanity. Figures in my artworks consist of combinations of styles representing a space of internal and external transformation. And thru this transformation man learns to know himself in a new way, and starts to adapt these new ideas and information to his or her life. Transformation within combines awareness and subliminal power struggle, which I will try to understand and represent with my artworks, listening to silent information. It is a sign on the state in which the personal and the general social reality converge and diverge in my artworks.

In addition to representing transformation using metaphors, I try to ponder upon, cultural identity code, sexuality, deconstruction and hope in my artworks.

Some of the exhibited artworks are multipart by nature. These multiparties consists of small fragments showing different worldviews, in which man and society together forms a temporal and a mosaic map where every part counts. This map connects and rebuilds together moments of people’s everyday lives and picks up bits and pieces of knowledge and emotions accumulating in life.